Freitag, 9. März 2007

SMS und MMS im EU-Ausland bald billiger?
Kommission weitet Mobilfunk-Debatte aus

  • Deutscher Ratsvorsitz weitet Roaming-Entwurf aus
  • Entgültige Regelung soll bis Juni 2007 vollendet sein

EU-Pläne für billigeres Handy-Telefonieren im Ausland könnten in einem zweiten Schritt auch auf Kurzmitteilungen und Foto-SMS aus dem Urlaub ausgeweitet werden. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sieht einem Entwurf zufolge Unterstützung bei den anderen EU-Staaten für ein schrittweises Vorgehen. Derzeit sind Kurzmitteilungen und andere Datenpakete von den Plänen ausgenommen, die EU-weit Obergrenzen für Handy-Gespräche im Ausland vorsehen.

Deutschland legte den anderen EU-Staaten einen Kompromissvorschlag vor, der die Tür für eine spätere Preisregulierung öffnen würde. SMS, Bildmitteilungen wie MMS und anderer Datenfunk solle in die Überprüfung einbezogen werden, die eineinhalb Jahre nach Start der neuen Roaming-Tarife vorgesehen ist, heißt es in dem Reuters vorliegenden Entwurf.

Maximal 50 Cent
Abgehende Gespräche im Ausland sollen danach höchstens 50 Cent pro Minute plus Mehrwertsteuer kosten, ankommende Gespräche 25 Cent. Dieser Tarif soll mit jedem angebotenen Tarif für Inlandsgespräche kombiniert werden können. Nach einem und nach zwei Jahren sollen die Preise um jeweils fünf Prozent sinken. Für die Preise, die sich die Mobilfunkanbieter untereinander berechnen, sind Durchschnittswerte vorgesehen. Sie sollen 30 Cent pro Minute nicht überschreiten.

Entwurf noch nicht fix
An den Details der Vorschläge dürfte sich bis zur Verabschiedung allerdings noch einiges ändern. Neben den EU-Regierungen muss auch das EU-Parlament zustimmen. Die Mobilfunkanbieter hatten lange versucht, eine EU-Regulierung ihrer Roaming-Preise zu verhindern. (apa/red)

9.3.2007 13:01