Immer mehr "Klimaflüchtlinge": Südliche Vogelarten bevölkern jetzt Mitteleuropa!
- Folgen der Klimaveränderung sind deutlich spürbar
- Baldiges Aussterben im Gebirge und in Skandinavien?
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Immer mehr "Klimaflüchtlinge" befinden sich unter den Vögelschwärmen. Eine Studie belegt, dass in der Region Bodensee die Temperatur während der Brutzeit zwischen 1980 und 2002 um 2,1 Grad Celsius stieg. Die Folge sei die "Verlagerung der Brutgebiete in nördlichere Gefilde".
Auf Grund langjähriger Untersuchungen von Hobbyornitholgen am Bodensee über einen Zeitraum von 23 Jahren konnten Forscher wesentliche Rückschlüsse über den Artbestand der heimischen Vogelwelt ziehen. An den Anblick mediterraner Arten, wie die Felsenschwalbe, die Zippammer oder der Orpheusspötter dürften sich Tierliebhaber bereits gewöhnt haben. Denn sie wurden "schon Anfang des Jahrtausends erstmals in der Region gesichtet", so die Studie. Dagegen ist die Beobachtung vom Gelbspötter oder von Uferschnepfen bereits eine Seltenheit. Ihr Bestand nahm seit 1980 durchschnittlich um 79 Prozent ab.
Klimaveränderung verdrängt Arten
Die Änderung in der Diversität der heimischen Vögel ist keine Neuheit. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Veränderung im Artbestand der Vögel auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückgeführt. Dieser Einflussfaktor wird jetzt erstmals durch den Klimafaktor weit übertroffen, so Forscher der Universität Mainz.
Wo Gewinner, da auch Verlierer
Katrin Böhning-Gaese, Zoologin an der Universität Mainz, folgert aus der Studie, dass "Mitteleuropa derzeit noch zu den Klimagewinnern gehöre", zumindest was den Artbestand der Nomaden der Lüfte anbelangt. Nur im hohen Gebirgslagen könnte sich die Erwärmung negativ auf den Artbestand auswirken. Kaum noch Ausweichmöglichkeiten gäbe es für Vogelarten im nördlichen Skandinavien. Der Trend dürfte sich laut Ornithologen fortsetzen, in zehn Jahren folgt eine neuerliche Evaluierung der Datensätze. (apa/red)
