Montag, 29. Jänner 2007

Neue US-Studie belegt: Homo sapiens nach Neandertaler nicht die einzige Menschenart

  • Homo floresiensis: 3. Gattung in Indonesien gefunden
  • Schädel und Gebeine auf Insel Flores ausgegraben

Der Homo sapiens war offentsichtlich nach der Ausrottung des Neandertalers nicht die einzige menschliche Spezies auf der Erde. Vor zehntausenden Jahren existierte mit dem kleingewachsenen Homo floresiensis vermutlich eine weitere Menschengattung. Damit müssen die Biologiebücher umgeschrieben werden.

Wissenschafter der Florida State University rekonstruierten am Computer ein dreidimensionales Bild des Schädelinneren eines Homo floresiensis, von dem Schädel und Gebeine auf der indonesischen Insel Flores gefunden worden waren. Zudem untersuchten sie die Eigenheiten von zehn normalen menschlichen Gehirnen und die von neun Gehirnen von Menschen, die unter einem krankhaft kleinen Schädel, so genannter Mikrozephalie, litten. Bei diesem Leiden endet die Entwicklung des Hirns aufgrund einer Viruserkrankung vorzeitig.

Die Ergebnisse sind eindeutig
Die Rekonstruktion ergab, dass der sehr kleine Schädel des Homo floresiensis nicht auf eine Mikrozephalie zurückzuführen war. Vielmehr wiesen seine Hirnstrukturen der Studie zufolge alle Eigenheiten eines normal entwickelten menschlichen Hirns auf. Dies spricht für die umstrittene These, dass das Skelett einer eigenen Spezies zuzuordnen ist.

Das Skelett in Indonesien
Die Überreste eines Homo floresiensis waren 2003 in einer Grotte ausgegraben worden. Das Alter des 1,06 Meter langen Skeletts wurde auf rund 18.000 Jahre geschätzt. Der Fund hatte Diskussionen in der Wissenschaft ausgelöst, die zuvor davon ausgegangen war, dass der Homo sapiens nach dem Aussterben des Neadertalers vor rund 30.000 Jahren die einzige menschliche Spezies war. (APA/red)

29.1.2007 16:56