Ski-Weltmeisterschaft in Schweden:
Aare will "beste WM aller Zeiten" bieten
- FIS-Lob für Veranstalter. RTL-Quali Quoten-Magnet?
Der Ski-Weltverband FIS und die schwedischen Veranstalter gehen mit großen Erwartungen und Zielen in die WM in Aare. "Wir sind bereit, die beste WM aller Zeiten zu bieten", verkündete OK-Chef Lars Lindqvist, der den Erfolg der Titelkämpfe auch vom Wetterglück abhängig macht.
"Die FIS ist begeistert, welch gute Vorberietungen hier getroffen wurden", spendete FIS-Präsident Gian-Franco Kasper zwei Jahre nach dem "Chaos" in Bormio den Veranstaltern vorab ein dickes Lob.
In Aare werden 62 Nationen mit 265 Herren und 169 Damen am Start sein, 27 TV-Stationen werden berichten. Erstmals bei einer WM wird es eine Qualifikation geben. Und zwar im Herren-RTL, in dem zuletzt bei Großveranstaltungen das Starterfeld ausgeufert war. Deshalb sind lediglich die Top 50 fürs Hauptrennen qualifiziert, der Rest des Feldes rittert am 12. Februar um die verbleibenden 25 Startplätze im 75-Mann-Teilnehmerfeld. "Die Bedingungen für die letzten Starter waren alles andere als regulär", so Kasper.
Die FIS rechnet auch für die Quali, die in manchen Ländern sogar live übertragen wird, mit großem Interesse. "Manche Leute wird dieses Rennen sogar mehr interessieren als der echte Riesentorlauf", rechnet der FIS-Boss fürs "Exoten-Derby" mit großer medialer Aufmerksamkeit. Ebenfalls die WM-Premiere wird die im Weltcup längst übliche Super-Kombination mit einer Abfahrt und nur einem Slalom-Durchgang feiern. 2010 wird dieses Format dann auch in Vancouver zum ersten Mal bei Olympischen Winterspielen angewandt.
Das Thema Doping sieht man in Aare eher nur als Vorgeplänkel zur am 22. Februar beginnenden Nordischen WM in Sapporo. FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis verkündete, dass in Kooperation mit der Nationalen Schwedischen Dopingagentur und der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) nach "normalem Standard" vorgegangen werde. Das heißt, dass pro Bewerb die Top 4 sowie zwei zusätzliche, zufällig geloste Athleten zur Probe müssen.
Auch Kontrollen abseits der Wettkämpfe wird es wieder geben. "Die Kooperation verläuft sehr gut, es werden die neuesten Techniken angewandt", so Lewis.
Am 12. Februar wird sich die FIS in Aare u.a. mit dem Thema Nationenwechsel a la Marc Girardelli oder Kilian Albrecht beschäftigen. Der Nachweis einer Staatsbürgerschaft soll nicht mehr reichen. Laut Kasper soll in Zukunft nur dann ein Nationenwechsel genehmigt werden, wenn der Athlet nachweisen kann, dass er zumindest bereits zwei Jahre in seiner neuen "Heimat" gelebt hat.
"Das wird den Nationenwechsel doch um einiges schwieriger machen", ist sich Kasper sicher. Die FIS will damit verhindern, dass ähnlich wie in der Leichtathletik Nationen Athleten "kaufen" und so über diesen Weg zu großen Erfolgen kommen.
Die schneelose Saison mitsamt zahlreicher Absagen in allen FIS-Bereichen (u.a. musste die Freestyle-WM in Madonna an das Saisonende verschoben werden) sei laut Kasper für den Wintersport eine kleine Katastrophe. "Es war bis jetzt eine sehr ungemütliche und chaotische Saison. Dass das Folgen für die Zukunft haben wird, ist klar. Vor allem im Nachwuchs- und Kinder-Bereich konnten kaum Rennen durchgeführt werden. Und Trainingsmöglichkeiten gab es quasi auch keine", weiß der Schweizer.
(apa/red)
