Montag, 29. Jänner 2007

Erneute Kopfnuss-Attacke gegen Materazzi: Italiener holt die Zidane-Vergangenheit ein

  • Sampdorias Delvecchio auf den Spuren von "Zizou"
  • KLICKEN: Video von Materazzis "Zidane-Deja-vu"

Marco Materazzi ist von seiner Zidane-Vergangenheit eingeholt worden. Im Liga-Spiel seines Vereins Inter Mailand bei Sampdoria Genua wurde der Verteidiger von einem Gegenspieler mit einer Kopfnuss-Attacke niedergestreckt Video . Der Vorfall glich fast haargenau jener bereits kultig sporthistorischen Szene aus dem WM-Finale 2006, als der Italiener vom Franzosen Zinedine Zidane mit einer Kopf-Rammstoß-Aktion zu Boden befördert wurde.

Gut sieben Minuten waren in Genua gespielt, als sich Materazzi plötzlich mit schmerzverzehrtem Gesicht am Rasen im Luigi Ferraris Stadions wälzte. Sampdorias Gennaro Delvecchio hatte den italienischen Teamverteidiger mit einer Kopfnuss gegen den Brust- und Halsbereich umgehauen.

Materazzi war zuvor wild auf den Stürmer zu gerannt, da dieser Inter-Torwart Cesar mit gestrecktem Bein attackiert hatte. Als der am Boden liegende Delvecchio aufstand berührte er mit dem Kopf den hünenhaften Inter-Abwehrrecken, der sich nach dem Körperkontakt etwas theatralisch fallen lies: "Meine Reaktion war rein instinktiv. Ich wollte lediglich meinen Torhüter schützen". Delvecchio sah wie Zidane für seine ungestüme Aktion die Rote Karte. "Ich würde es zugeben, wenn ich einen Fehler gemacht hätte. Aber in diesem Fall habe ich nichts Falsches getan", verteidigte sich Materazzi. Inter gewann mit 2:0 und ist nach dem 14. Liga-Sieg in Folge weiter auf Meisterschaftskurs. Ungewohnte Unterstützung erhielt das nicht gerade als Unschuldslamm geltende Raubein von Sampdoria-Trainer Walter Novellino. "Ein professioneller Spieler darf nicht so reagieren. Selbst wenn er provoziert wurde, kann er keine solche Aktion liefern", sprach Novellino von einer Dummheit seines Schützlings. Rotsünder Delvecchio entschuldigte sich plakativ "bei allen Italienern" für seine Aktion.

Zidane hatte Materazzi im WM-Finale in Berlin mit einem wuchtigen Kopfstoß an die Brust "gefällt" (108. Minute) und war in der 110. nach Klärung des vom Schiedsrichter nicht gesehenen Vorfalls in seinem letzten Karriere-Match ausgeschlossen worden. Zidane begründete später seinen Ausraster mit "sehr persönlichen Sachen", die Materazzi über seine Mutter und Schwester gesagt hätte. Der Italiener hatte allerdings dementiert, die Mutter von Zidane beschimpft zu haben.

(apa/red)

29.1.2007 16:21