Dramatischer Anstieg der Tortilla-Preise: Zehntausende Mexikaner bei Demonstration
- Aktivistin: "Calderon will, dass wir verhungern"
- Linker Rivale Obrador nimmt an Proteste teil

In Mexiko-Stadt haben zehntausende Menschen gegen den dramatischen Anstieg der Tortilla-Preise und Präsident Felipe Calderon demonstriert. "Calderon ist nicht nur ein Dieb, er ist ein Mörder, weil er will, das wir verhungern", sagte die Demonstrantin Elvira Acevedo. An dem Protestzug nahm auch Calderons linker Gegenkandidat bei den vergangenen Präsidentschaftwahlen Andres Manuel Lopez Obrador, teil.
Die Maismehl-Fladen sind ein Grundnahrungsmittel in dem lateinamerikanischen Land. Besonders in armen Haushalten gehören sie zu fast jeder Mahlzeit. Vor allem diese Bevölkerungsschicht trifft die Verdreifachung der Preise auf 15 Peso (ein Euro) pro Kilo in den vergangenen Wochen. Die Hälfte der Mexikaner müssen mit einem Einkommen von knapp vier Euro oder weniger am Tag auskommen.
Grund für die Preiserhöhungen ist die wachsende Nachfrage nach Biosprit in den USA, der auch aus Mais gewonnen wird. Deshalb stiegen die Maispreise auf dem Weltmarkt. Ein Abkommen der mexikanischen Regierung mit großen Einzelhändlern verschaffte Medienberichten zufolge kaum Entlastung.
Der Konservative Calderon bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Dezember besonders um die Zustimmung der ärmeren Schichten, die bei der Wahl im Juli für Lopez Obrador gestimmt hatten. Die Linke hatte die Wahl nur äußerst knapp verloren und erkennt ihre Niederlage bis heute nicht an, weil sie Calderon Wahlbetrug vorwirft. (apa/red)
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