Polizei in Pristina setzt Tränengas ein:
3.000 Albaner gegen Kosovoplan auf Straße!
- Kosovaren wollen sofortige Unabhängigkeit
- München: Putin warnt vor "Aufzwingen" einer Lösung
Etwa 3.000 Albaner haben in der Kosovo-Hauptstadt Pristina gegen den Plan des UNO-Kosovo-Vermittlers Martti Ahtisaari für die Zukunft der abtrünnigen serbischen Provinz demonstriert. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke gegen Steinewerfer ein. Nach Angaben von Augenzeugen wurden mehrere Personen verletzt.
Zu der Demonstration hatte die extremistische Organisation "Vetevendosja" (Selbstbestimmung) aufgerufen. Die Gruppe, angeführt vom ehemaligen kosovo-albanischen Studentenführer Albin Kurti, ist unzufrieden mit den Ahtisaari-Vorschlägen, weil sie keine sofortige Unabhängigkeit des Kosovos vorsehen. Auch Serbien wehrt sich gegen die von Ahtisaari vorgeschlagene eingeschränkte Unabhängigkeit der mehrheitlich von Albanern bewohnten Provinz Kosovo. Die Verhandlungen über den Ahtisaari-Vorschag sollen am 21. Februar in Wien beginnen.
Der russische Präsident Putin warnte unterdessen die internationale Gemeinschaft davor, Serbien in der Frage des Kosovo eine Lösung aufzuzwingen. Nur die Kosovo-Albaner und die Serben könnten wissen, was gut für sie sei, sagte Putin bei der Münchner Sicherheitskonferenz. "Lassen Sie uns nicht Gott spielen und alle ihre Probleme lösen. Wir können nur Hilfe anbieten." Andernfalls könnten die Gespräche in eine Sackgasse geraten.
Sollte eine der beiden Seiten mit dem Verhandlungsergebnis nicht zufrieden sein, werde Russland die Entscheidung nicht unterstützen. Zuvor hatte bereits die deutsche Bundeskanzlerin Merkel dazu aufgerufen, sensibel mit Serbien umzugehen und dem Land seine Würde zu lassen.
(APA)
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