Selbstmordanschlag in Israel: Vier Tote bei Attentat auf einen Badeort am Roten Meer
- Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt
- Hamas: Anschlag war "berechtigter" Widerstand
Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich in der südisraelischen Touristenhochburg Eilat am Roten Meer in die Luft gesprengt und drei Israelis mit in den Tod gerissen. Ein Sprecher der regierenden palästinensischen Hamas in Gaza verteidigte das Attentat, zu dessen Urheberschaft sich drei Organisationen, der "Islamische Jihad", die "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" und die "Armee der Gläubigen" bekannt haben, als "berechtigten Widerstand" gegen Israel. In ganz Israel hat die Polizei die höchste Alarmstufe ausgerufen.
Bei dem Attentäter soll es sich um einen 21-jährigen Palästinenser aus Gaza handeln. Er zündete den Sprengsatz in einer Bäckerei eines Einkaufszentrums, wie die israelische Polizei mitteilte. Der "Islamische Jihad" gab seinen Namen mit Ahmed Sersik an. Die israelische Polizei, die zuerst von einer Gasexplosion ausgegangen war, prüfte Erkenntnisse, wonach der Attentäter von Ägypten aus nach Israel eingedrungen sein könnte. Es handelte sich um den ersten Selbstmordanschlag in Israel seit dem 17. April 2006. Damals waren neun Menschen getötet worden.
Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum erklärte in Gaza, das Attentat sei eine "natürliche Antwort" auf die israelische Politik im besetzten Westjordanland und gegenüber dem Gaza-Streifen, sowie auf den Boykott der Hamas-Regierung. Solange es eine Besetzung gebe, sei Widerstand gerechtfertigt. Mit Blickrichtung auf Waffenlieferungen an die Fatah und auf die innerpalästinensischen Kämpfe sagte Barhoum, die Fatah sollte ihre Waffen besser gegen die Besatzer richten statt gegen die Hamas.
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft hat den Bombenanschlag auf das Schärfste verurteilt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, dies sei offensichtlich ein Versuch, die Hoffnungen auf Fortschritte im israelisch-palästinensischen Verhältnis zunichte zu machen. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Bemühungen um einen Friedensprozess von Extremisten torpediert würden. Die israelische und die palästinensische Seite müssten den Versuchen zur Destabilisierung entgegentreten.
Eilat ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in Israel. Vor allem Erholungssuchende und Sporttaucher kommen jedes Jahr in den etwa 280 Kilometer südlich von Tel Aviv gelegenen Badeort am Rotem Meer. Der nur etwa zwölf Kilometer lange israelische Küstenabschnitt am Golf von Akaba liegt eingeschlossen zwischen Ägypten im Westen und Jordanien im Osten. Seit dem Jahr der Staatsgründung 1948 gehört Eilat zu Israel.
(apa/red)
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