Montag, 29. Jänner 2007

Hillary Clinton fordert Lösung des Irak-Problems: Hohe Erwartung an George Bush

  • "Soll das Land davon befreien, bevor er Amt verläßt"
  • Ehemalige First-Lady vermied es, Fehler zuzugeben

Die amerikanische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat Präsident George W. Bush aufgefordert, bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2009 den Konflikt im Irak zu lösen. Es wäre "der Höhepunkt an Unverantwortlichkeit", wenn Bush den Irak-Krieg seinem Nachfolger im Weißen Haus weitergeben würde, sagte Clinton bei ihrem ersten Wahlkampfauftritt in Davenport im US-Staat Iowa.

"Es war seine Entscheidung, mit einem schlecht entwickelten Plan und einer unfähig ausgeführten Strategie in den Krieg zu ziehen", erklärte Clinton. Das Weiße Haus kritisierte die Äußerungen der Senatorin von New York als eine vom Parteienkampf bestimmte Stellungnahme, die den Einsatz der US-Streitkräfte untergrabe. Zurzeit befinden sich 130.000 US-Soldaten im Irak. Bush hat die Entsendung von 21.500 weiteren Soldaten angekündigt.

Clinton vermied es, ihre ursprüngliche Zustimmung zum Irak-Krieg als "Fehler" zu bezeichnen. Auf einer Pressekonferenz wich sie einer entsprechenden Frage aus. "Ich bedauere zutiefst die Art, wie er (Bush) seine Befugnisse genutzt hat", sagte sie lediglich. "Die Fehler, die er bei der Konzeption und Ausführung dieses Krieges gemacht hat, sind tragisch." Das gelte vor allem mit Blick auf die Inkompetenz bei Planung und Umsetzung seiner Politik.

Die Senatorin von New York und Ehefrau von Ex-Amtsinhaber Bill Clinton ist in den eigenen Reihen dafür kritisiert worden, dass sie ihre Haltung zum Irak-Krieg nur langsam geändert hat. Ursprünglich hatte sie im Senat den Krieg gebilligt. Später dann kritisierte sie die Kriegsführung und sprach sich jüngst für eine Reduzierung der Truppen in dem Golfstaat aus. Bush indes will die Truppen aufstocken.

Sollte die 59-Jährige für die Demokraten antreten und gewinnen, wäre sie die erste Präsidentin in der US-Geschichte. Als schärfster innerparteilicher Konkurrent gilt Senator Barack Obama aus Illinois. Er wäre der erste schwarze US-Präsident. Der Republikaner Bush darf nach zwei Amtszeiten bei der Wahl 2008 nicht mehr antreten.

(apa/red)

29.1.2007 07:51