Stronach sagt vor U-Ausschuss aus:
"Magna hat vom Eurofighter nicht profitiert"
- Magna-Boss: Ministern "bewusst ferngeblieben"
- Einzelfall? Grasser flog in Magna-Jet zu EADS-Werk

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Magna-Boss Frank Stronach hat jegliche Verbindung mit der Eurofighter-Beschaffung von sich gewiesen. "Magna hat vom Eurofighter nicht profitiert", wiederholte er vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss immer wieder. Er habe mit Regierungsmitgliedern nie über die Flieger gesprochen und sei den Ministern "bewusst ferngeblieben", auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der davor bei Magna beschäftigt war.
"Mich berührt das nicht. Das bedeutet für uns nichts. Wir haben damit nichts zu tun", beteuerte Stronach. Magna habe nie gefragt, was Österreich für das Unternehmen tun könne, sondern was Magna für Österreich tun könne. Er lege auch Wert bei seinen Managern Wert auf "guten Charakter", denn wenn die "Reputation einmal beschmutzt ist, kann man das nicht mehr reparieren".
Er wisse auch nichts davon, dass bei ihm beschäftigte Ex-Politiker für den Eurofighter aufgetreten seien, so Stronach. So habe er etwa BZÖ-Chef Peter Westenthaler bei einem Fußball-Spiel getroffen und gefragt, ob er "Sekretär" (Westenthaler war Vorstand, Anm.) bei der Bundesliga werden wolle. Dann sei aber Unzufriedenheit aufgekommen, weil "ein bisschen Politik reinkam". Dass bei Magna besonders viele freiheitliche Politiker einen Job finden, stellte er in Abrede. "Ich bin kein Zaunsitzer. Ich brauche niemanden hier", so Stronach.
Dass sich viele Leute mit ihm "ins Rampenlicht stellen wollen", sei eine "natürliche Erscheinung". Den Flug Grassers in einem Magna-Jet zum EADS-Werk in Manching am 11. Juni 2001 bezeichnete er als Einzelfall. Er wisse von keinem anderen Fall.
Stronach blieb auch beharrlich auf seiner Linie als er mit Aussagen von anderen Zeugen konfrontiert wurde. So meinte er zu einem Statement von Magna-Manager Siegfried Wolf, "EADS sei nicht nur für Magna einer der wichtigsten Geschäftspartner", Wolf habe sich vermutlich mit der Bezeichnung "Geschäftspartner" nur auf Mercedes bezogen. Tatsache sei aber, dass EADS kein Geschäftspartner von Magna sei. Er wolle schon lange nichts mehr mit der Rüstungsindustrie zu tun haben, meinte Stronach.
Dass Wolf sich bei Regierungsmitgliedern für den Eurofighter eingesetzt hat, habe Stronach zum damaligen Zeitpunkt nicht gewusst, davon habe er erst später erfahren, sagte der Konzern-Chef. Den Einsatz Wolfs für den Eurofighter begründete Stronach damit, dass dieser vermutlich "das Beste" für Österreich wollte im Sinne von Arbeitsplatzschaffung in der Wirtschaft allgemein - dass dies im Interesse Magnas geschah, bestritt er vehement.
Für Ärger sorgte das unermüdliche Wiederholen des "Wordings", Magna würde immer nur im "Interesse Österreichs" handeln. Ein entsprechender Verweis vom Vorsitzenden Peter Pilz (G) führte dann auch zu einem Geschrei, an dem sich die ÖVP besonders laut beteiligte.
(apa/red)
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