Freitag, 2. Februar 2007

"Rauchen ist eine Krankheit, eine Sucht": Kdolsky für Unterstützung bei Nikotinentzug

  • Gesundheitsministerin will Hilfe wie bei Alkoholikern
  • Nichtraucherschutz: Kdolsky setzt auf Koexistenz
    Psychologen einig: Nikotinentzug beginnt "im Kopf"

Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky überlegt eine staatliche Unterstützung beim Nikotinentzug, wie dies beim Alkoholentzug bereits der Fall ist. "Denn Rauchen ist eine Krankheit, eine Sucht", so die Ministerin in der ZiB2. Nach massiver Kritik wurde Kdolsky vor kurzem selbst zur Nichtraucherin.

Beim Nichtraucherschutz setzt Kdolsky weiter auf eine Koexistenz von Rauchern und Nichtrauchern. Der Nichtraucher-Schutz müsse jedoch weiter ausgebaut werden.

Psychologen: Nikotinentzug beginnt "im Kopf"
Die Idee von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky einer staatlichen Unterstützung beim Nikotinentzug findet auch bei Psychologen Anklang. Deren Berufsverband (BÖP) wies am Freitag in einer Aussendung darauf hin, dass die Behandlung "im Kopf" beginnt.

"Das bedeutet, dass mit den Patienten gemeinsam ein Weg aus der Sucht gesucht werden muß. Maßgeschneiderte Konzepte der klinisch-psychologischen Behandlung mit dem Einsatz von Entspannungsmethoden wie Jacobson, Autogenes Training und Hypnoseverfahren haben sich bestens bewährt. Angst machende Bilder wie kaputte Lungen sind keine geeigneten Hilfsmittel", hieß es in einer Aussendung.

Die Behandlung der Nikotinabhängigkeit und parallel der Aufbau von neuen Verhaltensmustern sollte im Vordergrund stehen. Auch Rückfälle passierten nicht zufällig, sondern sind zuerst "im Kopf" und können präventiv mit Gesundheitspsychologen besprochen werden, erläuterten die Fachleute. "Für hochabhängige Raucher ist sicher auch eine ärztliche und medikamentöse Unterstützung in jeden Fall sinnvoll." (apa/red)

2.2.2007 16:12