Trauerfall im Tiergarten Schönbrunn: Kranker Eisbär musste eingeschläfert werden
- 30-jährige "Olga" litt an einem Tumor in der Leber
- Tier war Greisin: In freier Wildbahn werden Bären 18

Tierärzte im Wiener Zoo Schönbrunn haben ein krankes Eisbärenweibchen einschläfern müssen. Die 30-jährige "Olga" litt an einem Lebertumor, wie der Tiergarten mitteilte. Bereits seit Sommer hatte das Tier wegen seines geschwächten Zustandes Herz-Medikamente bekommen. Schließlich verweigerte es das Futter. Mit 30 Jahren war Olga eine "Eisbär-Greisin": In freier Wildbahn werden die weißen Vierbeiner lediglich 15 bis 18 Jahre alt.
In den vergangenen Tagen setzten die Ärzte noch alles daran, den betagten Eisbären zu retten: Aber auch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, Bluttests und Infusionen konnten dem Tier nicht mehr helfen. Im Wiener Zoo leben damit noch zwei Eisbären: ein Männchen und ein Weibchen, eine Tochter des verstorbenen Tieres. "Olga" war 1994 aus dem Zoo Köln nach Schönbrunn gekommen. 2001 brachte sie in Wien Zwillinge zur Welt, die mittlerweile in den Zoos von Novosibirsk (Sibirien) und Nürnberg leben.
Die "Internationale Union zum Schutz der Natur" (IUCN) hat Eisbären im vergangenen Jahr als "gefährdet" auf die Roten Listen gesetzt, teilte der Tiergarten mit. Wegen der Klimaerwärmung schmilzt das Polareis ab und der Lebensraum der "weißen Riesen" schrumpft zusehends. In einigen Gebieten sei bereits beobachtet worden, dass Eisbären in schlechtem körperlichen Zustand seien und die Bestände zurückgehen, so der Tiergarten. Weltweit dürfte es Schätzungen zufolge etwa 20.000 bis 25.000 Exemplare geben. Mehr als die Hälfte davon lebt in den arktischen und subarktischen Regionen Nordamerikas.
(apa/red)
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