Mittwoch, 24. Jänner 2007

Österreich ist als Wohnort sehr beliebt:
Preissteigerungen sind vorprogrammiert

  • Wien international gesehen noch immer günstig
  • Achter Bezirk schließt zu Luxusbezirken auf

Wohnen in Österreich, das ist beliebt! Die hohe Nachfrage führt aber auch zu Preissteigerungen. 2006 lag diese Steigerung österreichweit mit 2,1 Prozent deutlich über der voraussichtlichen Inflationsrate von 1,6 bis 1,7 Prozent. Auch für 2007 seien die Aussichten für den heimischen Wohnimmobilienmarkt "sehr positiv", meinte der Geschäftsführer der zur Sparkassen-Gruppe zählenden s Real, Michael Pisecky. Einer der stärksten Preistreiber am Wohnungsmarkt seien dabei ausländische Investoren und Wohnungssuchende.

Nicht nur Wien, sondern auch Bundesländer wie Salzburg oder Tirol, seien Magneten für ausländische Investoren und Wohnungssuchende, vor allem im Luxussegment. "Wenn man in das Grundbuch des Wiener 1. Bezirkes hineinschaut, sind die Eigentümer schon ziemlich international", meinte Pisecky am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Trotzdem günstig
Wien sei im internationalen Vergleich noch immer eine eher günstige Gegend mit hohem Lebensstandard, wo viele wohnen wollten. Wohnimmobilien in Österreich seien auch deshalb noch günstig, da die zur Jahrtausendwende erfolgte Preiskorrektur um 40 Prozent noch immer nicht aufgeholt sei.

Der 8. Bezirk ist ausverkauft
In Wien sei es 2006 bei Eigentumswohnungen zu Preissteigerungen von durchschnittlich 3,6 Prozent gekommen, so Immobilien.Net-Geschäftsführer Alexander Ertler. Am stärksten verteuert habe sich der 8. Bezirk, wo die Preise um rund ein Viertel gestiegen seien. Dort gebe es praktisch kein Angebot mehr. Die Josefstadt werde nun neben dem 1., 13., 18. und 19. Bezirk zu den Luxusvierteln zählen.

Einfamilienhäuser am Stadtrand
Rund um Wien - im so genannten "Speckgürtel" - sei die Nachfrage nach Einfamilienhäusern durch die Suche der Wiener deutlich angestiegen. Im Süden dürfte der Plafond schon erreicht sein. Der nordöstliche Teil profitiere von der hohen Nachfrage, die vom Dreieck Brünn-Bratislava-Wien ausgehe. Die österreichweit höchste Nachfrage nach Häusern - mit einem Anteil von 56 Prozent - gebe es aber im Burgenland. Auch hier stelle sich die Frage, ob diese Nachfrage allein aus dem Burgenland komme, so die Immo-Experten.

Zu große Nachfrage
Generell ortet s Real und Immobilien.Net im vierten Quartal 2006 eine überraschenderweise gestiegene Nachfrage nach Ein- und Mehrfamilienhäuser im Eigentum und Eigentumswohnungen. Sie führen dies auf die warme Witterung zurück. Diese Nachfrage ging vor allem zu Lasten der Nachfrage nach Privatgrundstücken und Reihenhäusern. Die Österreicher würden sich lieber auf bereits fertig gestellte Grundstücke konzentrieren, meinte s Bausparkasse-Vorstand Ernst Karner. Auch seien Grundstücke vom Preis und der Lage her nicht so verfügbar, wie es sein solle. Die Nachfrage nach Reihenhäuser sei noch nicht in der Position, in der sie sich in ein paar Jahren befinden werde.

Man fragt den Makler
Rund 40 Prozent der Wohnimmobiliengeschäfte werden in Österreich über Makler abgewickelt, 40 Prozent über die Bauträger und die restlichen 20 Prozent sind reine Privatgeschäfte. Über Bankmakler und Franchisenehmer werden 15 Prozent abgewickelt. Dominant sind private Makler. (apa/red)

24.1.2007 14:23