Freitag, 26. Jänner 2007

Von Forschern erstmals nachgewiesen: Alkoholverzicht bringt Gehirnzellen wieder

  • Durch Abstinenz Gerhirnsteigerung von zwei Prozent
  • Die Konzentration & die Leistungsfähigkeit nehmen zu

Erstmals konnten Forscher nachweisen, dass sich alkoholgeschädigte Gehirnzellen durch den Verzicht von Alkohol wieder regenerieren. Entscheidend ist jedoch die Länge der Abhängigkeit: Also, je früher Sie aufhören zu trinken, umso größer die Chance auf Regeneration Ihrer Gehirnzellen.

Die Erholung alkoholgeschädigter Gehirne durch Abstinenz ist jetzt von Wissenschaftern erstmals nachgewiesen worden. Forscher der Universitäten Würzburg, Basel, Oxford und Siena untersuchten die Hirne von 15 alkoholabhängigen Männern und Frauen vor und sechs Wochen nach ihrem Alkoholverzicht. Dabei wurde festgestellt, dass das Gehirn durch die Abstinenz zwei Prozent an Volumen und Leistungsfähigkeit zulegen konnte, wie die Uni Würzburg mitteilte.

Volle Aufmerksamkeit
Konzentration und Aufmerksamkeit hätten zugenommen. Die Stoffwechselprodukte Cholin und N-Acetylaspartat seien in deutlich höheren Konzentrationen aufgetreten, was auf eine Regeneration der weißen Gehirnsubstanz und der Nervenzellen hindeute.

Gehirnschrumpfung von Dauer abhängig
Die schlechte Nachricht für langjährige Alkoholabhängigkeit: Die Fähigkeit des Gehirns, sich von alkoholbedingten Schäden zu erholen, scheine mit der Länge der Abhängigkeit abzunehmen, teilten die Wissenschafter mit. So habe die Schrumpfung des Gehirns bei einem Patienten, der mehr als 25 Jahre abhängig gewesen war, nicht mehr gestoppt werden können. Alkoholabhängigen sei also geraten, möglichst früh mit dem Trinken aufzuhören, sagte der Neuroradiologe Andreas Bartsch von der Uniklinik Würzburg, der die Untersuchung leitete. (APA/red)

26.1.2007 11:25