Mittwoch, 24. Jänner 2007

Dickes Österreich: Wenn Essen Sucht ist

Fast 60 Prozent der Österreicher sind übergewichtig – oder sogar fettleibig. NEWS sprach mit Betroffenen über ihre Gier nach Schweinebraten und Schokolade.
Burger statt Gemüse: Mehr als ein Viertel der österreichischen Kinder unter zwölf ist viel zu dick.

„Es ist einfach eine Sucht“, seufzt Andrea Zeleny, „so wie Rauchen oder Alkohol. Es gibt Kummerfresser, Nachtfresser. Ich war ein Dauerfresser.“ Doch diese Sucht soll nun Vergangenheit werden. In zwei Tagen wird die – die 120 Kilo schwere, aber nur 158 Zentimeter große Frau hofft so sehr, dass der dreistündige Eingriff, bei dem ein Magenbypass gelegt wird, ihrem Leiden endlich ein Ende setzen kann.

Es begann in der Kindheit. Schon in ihrer Kindheit war die Wienerin mollig. Dick, richtig dick, wurde sie in den vergangenen Jahren. Zum Frühstück – laut Ernährungswissenschaftlern die wichtigste Mahlzeit des Tages – gab es meist nichts. Zu Mittag war die Mischung aus Hunger und ungezügeltem Appetit dann groß: „Begonnen habe ich mit mehreren Tellern deftiger Suppe. Dann gab’s mindestens zwei Schnitzel mit viel Mayonnaise, Pommes frites und Ketchup.“ Am Nachmittag verputzte sie stündlich Schokolade, Schnitten, Chips. Am Abend Wurstbrote: „Ich habe mich oft unwohl gefühlt, wenn ich mit so einem vollen Magen zu Bett gegangen bin. Aber die Gier war stärker.“

„Ich habe pro Jahr mindestens drei, vier Diäten gemacht“, berichtet Andrea Zeleny weiter. Ihr falsches Essverhalten konnte sie damit nicht ändern. Ein Verhalten, mit dem ihre drei Töchter Daniela, Michaela und Sabine groß geworden sind – und das auch bei ihnen deutliche Spuren an den Hüften hinterlassen hat. Daniela ist elf und seit kurzem bei der Jugendgruppe der Weight Watchers. Ausschlaggebend für diesen Schritt war der Spott ihrer Schulkollegen: „Die Burschen ziehen mich auf und sagen ‚Mozartkugel‘ zu mir.“

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24.1.2007 18:30