'Myths Of The Near Future': Klaxons zitieren
lassen Manchester Rave wieder auferstehen
- Elf Tanzbeinschwinger mit Post-Punk-Anleihen

Mit den Klaxons aus London - bezeichnenderweise nach einem Sirenen-Hersteller benannt - feiern die Zeiten des Rave ihr Revival. Menschen, die auf "Stampf-Stampf"-Rhythmen allergisch reagieren, müssen sich nicht sorgen, denn hier ist vom so genannten Manchester-Rave die Rede, der im England Ende der 80er seinen Anfang nahm und von Gitarrenbands wie den Happy Mondays dominiert wurde. Das Klaxons-Debüt "Myths Of The Near Future" (Universal) - benannt nach einem Roman des Sci-Fi-Autors J. G. Ballard - wartet jetzt darauf, diverse Charts aufzumischen.
Um die Band herrschte schon vor dem Erscheinen des Albums ein ordentlicher Hype und das fotogene Trio Jamie Reynolds, Simon Taylor und James Righton zierte natürlich auch schon längst das Cover der britischen Musikwochenzeitung NME. Mit der ersten Rave-Welle gemein haben die Klaxons wohl ihre ausgesprochene Dancefloor-Tauglichkeit, doch die ist bei Gitarrenbands seit The Rapture ohnehin wieder längst en vogue.
Die Klaxons sind trotzdem anders als ihre Mitstreiter, die wie sie Gitarren und fette Bässe verwenden, um so diverse Indie-Dancefloors zu füllen. Einerseits geht das sich selbst als "Post Punks" titulierende Trio um einiges anarchischer ans Werk und verzichtet auch auf jegliche Coolness, die sie ihrem schrägen musikalischen Humor opfern. Der Song "Atlantis To Interzone" klingt beispielsweise, als hätte Andrew Loyd Webber gemeinsam mit den Hardcore-Duo Blood Brothers ein hysterisches Acid House-Musical geschrieben.
Mit diesem Song, der als zweite Single ausgekoppelt wurde, erwachte dann auch das Interesse der englischen Medien. Mit ihrer Mischung aus charttauglichen Popsongs, bei denen maximal der Falsett-Gesang verstören kann, samt ansprechenden Videos - etwa zur aktuellen Single "Golden Skans" - und Partykrachern der abgefahreneren Sorte - hat ihr Debüt jedenfalls einiges an Hitpotenzial aufzuweisen.
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(apa/red)
