Samstag, 27. Jänner 2007

Spanische Quadrille: Zara-Mutterkonzern
bringt drei neue Marken nach Österreich!

  • Zara boomt: 22 % Umsatzplus trotz Marktflaute
  • Plus KLICKEN: FORMAT stellt die neuen Marken vor

Im verträumten Örtchen Arteixo, in der Nähe der Hafenstadt La Coruña im Nordwesten Spaniens, spinnt der Modekonzern Inditex, besser bekannt unter seiner Hauptmarke Zara, ein globales Filialnetz: Täglich eröffnen die geschäftstüchtigen Galicier mindestens ein bis zwei neue Läden. Auch in Österreich sind die Iberer seit dem Jahr 2000 vertreten und halten mittlerweile bei zehn Zara-Geschäften, alle in Top-Lagen wie dem Haas-Haus am Wiener Stephansplatz oder der Salzburger Getreidegasse. Beim Marktanteil liegt Zara hierzulande zwar noch weit hinter der schwedischen Billigkonkurenz H&M, doch die spanische Company holt rasant auf, und das bei ambitionierten Zielen: Inditex-Konzernsprecher Raúl Estradera: "Die Stellung, die wir in Europa haben, wollen wir auch in Österreich erobern." Zu diesem Zwecke werden jetzt drei neue Marken nach Österreich gebracht.

Die ansonsten höchst diskreten Südländer waren zuletzt wahre Wachstumskaiser. Laut der FORMAT vorliegenden Bilanz der Zara Clothing GmbH in Österreich stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 2005/06 um satte 22,4 Prozent auf rund 44 Millionen Euro. Hingegen stößt Marktführer H&M mit seinen 55 Stores - freilich auf weit höherem Niveau - an erste Grenzen: Von Jänner bis September 2006 sank der H&M-Umsatz sogar um ein Prozent auf rund 340 Millionen Euro. Jetzt steigert Zara-Österreich-Chefin Susanne Luca das Expansionstempo und will H&M-Frontfrau Claudia Oszwald weiter auf den Pelz rücken: "Nach dem erfolgreichen Start von Zara wollen wir auch mit den anderen Inditex-Marken starten."

Drei neue Shopkonzepte kommen
Drei weitere international schon erfolgreiche Shopkonzepte kommen: Bershka, eine Kette, die sich mit knalligen Teilen an Teenager richtet; Pull and Bear mit lässiger Mode für Twens; und die Nobelschiene Massimo Dutti für die Zielgruppe der 25-bis 45-Jährigen (mehr Infos siehe Kasten link).

Pull and Bear sowie Bershka starten im Februar 2008 in der Shopping City Seiersberg. Mit Massimo Dutti visiert Luca fürs Erste das Innsbrucker Kaufhaus Tyrol an. "Wir suchen jede Menge weitere Locations", so Konzernsprecher Estradera. Immerhin hat Inditex im Vorjahr gleich 450 neue Geschäfte auf vier Kontinenten (Australien fehlt noch) aufgesperrt - und auch heuer soll es in der gleichen Tonart weitergehen, dann wird das weltweite Ladennetz auf knapp 3.600 Vertriebsstellen anwachsen.

Erfolgsrezept: Modetrends zu erschwinglichen Preisen
Das Erfolgsrezept von Inditex ist simpel: Vor allem die Kernmarke Zara bringt - ähnlich wie H&M - mit enormer Geschwindigkeit neueste Modetrends zu erschwinglichen Preisen in die Regale.

Inditex beschäftigt mehr als 200 Designer, die als Trendscouts die Fashion-Metropolen abgrasen und gnadenlos alles kopieren, was auf den internationalen Prêt-à-porter-Shows in Paris, Mailand, London oder New York als letzter Schrei präsentiert wird. Auch was Film-und Rockstars gerade tragen, dient den Inditex-Designern als Inspirationsquelle.

Hauptproduktion in Europa
Neue Trends kann das Unternehmen auch deshalb rasch umsetzen, weil es den Löwenanteil seiner Produkte in Europa, der Türkei und Marokko herstellt, was die Transportzeiten verkürzt. Zudem haben die Spanier, anders als H&M, die Produktion nicht völlig ausgelagert, sondern besitzen selbst noch 13 Fabriken. In dem von Armut betroffenen Landstrich in Galicien, wo die 30.000 Quadratmeter große Inditex-Zentrale steht, wird Firmengründer Ortega verehrt wie ein Gott, weil er für sichere Jobs sorgt: 30 Prozent seiner Näh-Produktion befindet sich in der Region.

H&M will zurückschlagen
Der große Zara-Rivale H&M hingegen nimmt den Siegeszug der Spanier nicht einfach hin. Die Schweden haben angekündigt zurückzuschlagen - mit einer neuen Kette für Qualitätsbekleidung. Noch heuer soll die Nobelschiene loslegen und über kurz oder lang auch nach Österreich kommen. Womit klar ist: Das Match im Modehandel bleibt spannend.

Die ganze Story lesen Sie im FORMAT 4/07!

27.1.2007 20:15