Donnerstag, 25. Jänner 2007

BA-CA-Börserückzug bringt Ungemach: Skagen-Fonds fordert 150 Euro pro Aktie

  • Britischer Hedgefonds Polygon droht der UniCredit
  • Mutter-Konzern will die Kleinaktionäre rausdrängen

Bei den verbliebenen Streubesitzaktionäre der Bank Austria Creditanstalt mehren sich die Forderungen nach einem fairen Abfindungsangebot der italienischen UniCredit. Einer der größten Streubesitzaktionäre der BA-CA ist die in Norwegen ansässige Investmentgesellschaft Skagen. Diese hält über eine Million BA-CA-Aktien.

"Unserer Ansicht nach ist ein Abfindungsangebot für die BA-CA-Aktionäre von 150 Euro fair", sagte Skagen-Fondsmanager Filip Weintraub im "WirtschaftsBlatt". "Wir fordern, dass bei der Bewertung der BA-CA die Wachstumsperspektiven in Osteuropa berücksichtigt werden. Und das ergibt einen Preis von rund 150 Euro". Skagen ist mit einem Volumen von über 10 Mrd. Euro eine der größten Fondsgesellschaften Skandinaviens.

Ein weiterer großer BA-CA-Aktionär, der britische Hedgefonds Polygon, könnte beim Börserückzug der BA-CA ebenfalls "ungemütlich" werden: "Wir werden darauf achten, dass bei der Bewertung der BA-CA die von UniCredit kürzlich rechtswidrig entzogenen Vermögenswerte mit dem aktuellen Wert berücksichtigt werden", zitiert die Zeitung aus dem Umfeld von Polygon. Dies gelte vor allem für die "zu unangemessenen Konditionen verkaufte Polen-Tochter BPH". Sollte UniCredit zu wenig zahlen, sind Anfechtungsklagen wahrscheinlich.

Polygon kündigte damit an, das von UniCredit in Aussicht gestellte Bewertungsgutachten der BA-CA genau zu analysieren und notfalls rechtliche Schritte zu ergreifen. Laut "Financial Times Deutschland" will sich der Hedgefonds im Kampf um eine hohe Abfindungsofferte auch mit anderen Aktionären zusammentun.

UniCredit will Kleinaktionäre rausdrängen/b>
Polygon hält einen "signifikanten Anteil" an Österreichs größter Bank. Allerdings sind insgesamt nur noch 5,02 Prozent in Streubesitz. Die italienische UniCredit hatte mitgeteilt, dass sie die Kleinaktionäre ihrer Töchter BA-CA und HVB per Zwangsausschluss (Squeeze-out) herausdrängen will. Die Höhe des Pflichtangebots wird von Gutachtern festgelegt werden, darf aber nicht unter 109,60 Euro je Aktien liegen.

Die HVB hatte im Oktober 2006 den fairen Wert der BA-CA mit 109,80 Euro pro Aktie beziffert, was Anfechtungsklagen von HVB-Aktionären ausgelöst hatte.

(apa/red)

25.1.2007 09:50