Götschl vor WM in Superform: Speed Queen holt in San Sicario ihren fünften Saisonsieg!
- Steirerin gewinnt Super G vor Kildow und Sponring
- Meissnitzer als Siebente zweitbeste Österreicherin

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Mit einem Triumph der Steirerin Renate Götschl und einem sensationellen dritten Rang durch Disziplin-Debütantin Christine Sponring hat der Weltcup-Super G in San Sicario geendet. Während Götschl den fünften Saison- und den 43. Weltcup-Sieg ihrer Karriere klar machte, fuhr die WM-Silbermedaillengewinnerin der Kombination von 2001 in St. Anton erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf das Weltcup-Podest (+0,90). Auf Rang zwei landete die US-Amerikanerin Lindsey Kildow (+0,09).
Auf der relativ flachen "Fraiteve Olympique" waren die Hocke-Spezialistinnen gefragt, und keine fuhr wie Götschl, die mit dem 16. Sieg in dieser Disziplin mit der in der Allzeitstatistik führenden Deutschen Katja Seizinger gleich zog. Im Super-G-Weltcup liegt die Steirerin 140 Punkte vor Teamkollegin Nicole Hosp, die Elfte wurde. Götschl könnte damit am Sonntag bereits die kleine Kristallkugel holen, denn nach der WM stehen nur noch die Super G in Tarvis und Lenzerheide auf dem Programm. Im Gesamtweltcup fehlen der viertgereihten Speed-Queen auf die erstplatzierte Salzburgerin Marlies Schild (18.) 73 Punkte.
"Es ist nicht der schwerste Berg, aber schwierig zu gewinnen. Es können hier viele siegen. Man weiß im Rennen oft nie, wie schnell man ist, aber ich bin eine freche Linie gefahren - es war perfekt. Der Ski hat perfekt funktioniert, und ich mit ihm", freute sich die 31-Jährige über die eigene Leistung und hatte auch Anerkennung für die Teamkollegin übrig, die mit ihr auf dem Podest stand: "Ich freue mich für die Sponi, sie hat es nicht immer leicht gehabt."
Sponring überrascht
Die Tirolerin, die mit 17 Jahren in St. Anton die WM-Medaille holte und seitdem mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen hatte, bestritt in diesem Winter zuvor ein Speed-Rennen im Rahmen der Super-Kombination auf der Reiteralm am 15. Dezember (im Super G 26./Gesamt-14.). Das letzte Mal in einer Weltcup-Abfahrt am Start war sie am 20. Dezember 2003 in St. Moritz, in der sie bei ihrem Sturz einen Kreuzbandriss und eine Schulterluxation erlitten hatte.
Im laufenden Winter hat Sponring ansonsten ausschließlich Slaloms bestritten, aber einzig in Levi kam sie als 17. ins Klassement. "Ich bin einfach heruntergefahren. Dass es so lässig geht, hätte ich nicht gedacht. Ich war in den letzten Jahren länger verletzt und habe mir zuletzt wegen der längeren Kurven in Abfahrt und Super G leichter getan. Ich habe gute Europacups gemacht, auch wenn ich nicht immer im Ziel war." Wegen eines möglichen WM-Starts macht sie sich keine Gedanken: "Ich bin einmal froh, dass ich gesund im Ziel bin." Es war ihr zweiter Weltcup-Podestrang, am 22. November 2001 wurde sie in Copper Mountain Slalomzweite.
Mit Platz sieben unmittelbar vor Mitfavoritin Julia Mancuso (USA) durfte die mit ihrer Form und Ungeduld kämpfende Salzburgerin Alexandra Meissnitzer halbwegs zufrieden sein: "Es war eine ganz gute Fahrt. Manche Abschnitte hauen wie immer eben nicht so hin, wie ich es mir vorstelle." Hosp, als Elfte viertbeste ÖSV-Dame und im Gesicht noch gekennzeichnet von ihrem Sturz in Cortina, verbeugte sich verbal vor der großen Gewinnerin: "Renate fährt einen sehr, sehr schnellen Schwung, sie kann es am allerbesten in der tiefen Position."
Leichtgewicht Andrea Fischbacher war auf dem Olympia-Hang, auf dem Michaela Dorfmeister vor einem Jahr Doppel-Gold bei den Winterspielen holte, chancenlos (21.), Katja Wirth (22.) sieht ihre Felle dahinschwimmen: "Für die WM-Aufstellung benötigt es mindestens einen Stockerlplatz."
Kathrin Wilhelm kam auf Rang 30, Elisabeth Görgl (32.) und Silvia Berger (39.) gingen leer aus. Zu Sturz kam die Abfahrts-Vierte von Zauchensee, Maria Holaus, die mit bester Zwischenzeit von der Piste rutschte. "Ich wollte mit der Welle beschleunigen, dann hat es mich verschnitten. Ich habe gemerkt, dass ich gut unterwegs bin und einen schnellen Ski habe. Mal sehen, was morgen passiert." Heute steht die Abfahrt auf dem Programm, am Sonntag ein weiterer Super G.
| Ergebnis 1. Damen-Super-G San Sicario: | |||||
| 1. | Renate Götschl | AUT | 1:24,90 | 98,84 km/h | |
| 2. | Lindsey C. Kildow | USA | 1:24,99 | +0,09 | +2,47 m |
| 3. | Christine Sponring | AUT | 1:25,80 | +0,90 | +24,45 m |
| 4. | Britt Janyk | CAN | 1:25,83 | +0,93 | +25,26 m |
| 5. | Kelly Vanderbeek | CAN | 1:25,84 | +0,94 | +25,53 m |
| 6. | Fränzi Aufdenblatten | SUI | 1:26,06 | +1,16 | +31,42 m |
| 7. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 1:26,11 | +1,21 | +32,76 m |
| 8. | Julia Mancuso | USA | 1:26,26 | +1,36 | +36,75 m |
| 9. | Nadia Fanchini | ITA | 1:26,36 | +1,46 | +39,41 m |
| 10. | Nike Bent | SWE | 1:26,53 | +1,63 | +43,91 m |
| 11. | Nicole Hosp | AUT | 1:26,54 | +1,64 | +44,17 m |
| 12. | Lucia Recchia | ITA | 1:26,56 | +1,66 | +44,70 m |
| 13. | Tina Maze | SLO | 1:26,62 | +1,72 | +46,29 m |
| 14. | Carolina Ruiz-Castillo | ESP | 1:26,86 | +1,96 | +52,60 m |
| 15. | Nadia Styger | SUI | 1:26,92 | +2,02 | +54,17 m |
| 16. | Gina Stechert | GER | 1:26,93 | +2,03 | +54,43 m |
| . | Marie Marchand-Arvier | FRA | 1:26,93 | +2,03 | +54,43 m |
| 18. | Marlies Schild | AUT | 1:26,94 | +2,04 | +54,70 m |
| 19. | Ingrid Jacquemod | FRA | 1:26,96 | +2,06 | +55,22 m |
| . | Maria Riesch | GER | 1:26,96 | +2,06 | +55,22 m |
| 21. | Andrea Fischbacher | AUT | 1:27,10 | +2,20 | +58,88 m |
| 22. | Fabienne Suter | SUI | 1:27,13 | +2,23 | +59,66 m |
| . | Katja Wirth | AUT | 1:27,13 | +2,23 | +59,66 m |
| 24. | Emily Brydon | CAN | 1:27,20 | +2,30 | +61,48 m |
| 25. | Monika Dumermuth | SUI | 1:27,27 | +2,37 | +63,30 m |
| 26. | Stacey Cook | USA | 1:27,33 | +2,43 | +64,86 m |
| 27. | Kaylin L. Richardson | USA | 1:27,35 | +2,45 | +65,38 m |
| 28. | Martina Schild | SUI | 1:27,45 | +2,55 | +67,97 m |
| 29. | Johanna Schnarf | ITA | 1:27,48 | +2,58 | +68,75 m |
| 30. | Kathrin Wilhelm | AUT | 1:27,54 | +2,64 | +70,30 m |
| weiter: | |||||
| 32. | Elisabeth Görgl | AUT | 1:27,70 | +2,80 | +74,42 m |
| 39. | Silvia Berger | AUT | 1:28,11 | +3,21 | +84,92 m |
Ausgeschieden u.a.: Maria Holaus (AUT), Sylviane Berthod (SUI)
(apa/red)
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