Doping-Geständnis von Ex-Champ Museeuw:
Rad-Sport erlebt einen neuen Mega-Skandal
- Späte Sünden: Belgier wollte in großen Stil abtreten
- Anonyme Doping-Anschuldigungen gegen QuickStep
Der frühere belgische Radstar Johan Museeuw hat auf zugegeben, sich in der letzten Phase seiner Karriere gedopt zu haben. Auf den Weltmeister von 1996 und dreifachen Gewinner von Paris-Roubaix (1996, 2000, 2002) wartet ein Gerichtsverfahren, nachdem in seinem Haus u.a. große Mengen von EPO gefunden worden waren. Nun folgte das späte Geständnis des ehemaligen flämischen Volkshelden ("Löwe von Flandern"), der im Frühjahr 2004 zurückgetreten und im Herbst 2004 auch noch für zwei Jahre gesperrt worden war.
"Gegen Ende meiner Laufbahn habe ich in der Vorbereitung einer Anzahl von Rennen Fehler begangen. Ich wollte meine Karriere in großem Stil beenden und tat Dinge, die ich nicht hätte tun dürfen", erklärte Museeuw.
Der zweifache Weltcup-Gewinner und Rekordsieger in den Klassikern des früheren Weltcups (11 Erfolge) wird seine Funktion als Manager im Team QuickStep beenden.
Anonyme Doping-Anschuldigungen gegen QuickStep
Die belgische Tageszeitung "Het Laatste Nieuws" fährt in einer Serie über den QuickStep-Teamchef Patrick Lefevere ("30 Jahre Doping") mit schweren Doping-Geschützen auf. So wird ein allerdings anonym gebliebener Rad-Profi des belgischen Rennstalls mit Anschuldigungen gegen Kollegen und den Teamchef zitiert. "Die QuickStep-Profis nehmen nicht nur Dopingprodukte wie EPO und Wachstumshormone, sondern auch Ecstasy, Kokain und Speed", heißt es da. Lefevere sei über das organisierte Doping nicht nur informiert, sondern ziehe auch finanziellen Nutzen daraus.
Lefevere, der Vorsitzende der Vereinigung der Profi-Teams und ein Verfechter des Anti-Doping-Kurses im Radsport, bestreitet alle Vorwürfe und kündigte eine Klage an. "Ich habe als Aktiver sieben oder achtmal Amphetamine gespritzt. Alle anderen Vorwürfe sind Blödsinn", sagte der Belgier, in dessen Rennstall u.a. die Weltmeister Paolo Bettini (ITA/2006) und Tom Boonen (BEL/2005) fahren.
Sprint-Star Boonen verwies die Vorwürfe (u.a. soll zudem ein "Maulwurf" im Weltverband die Fahrer vor Doping-Kontrollen gewarnt haben) vor seiner Abreise zur Katar-Rundfahrt ins Reich der Fabel. "Man sagt immer, es gibt keinen Rauch ohne Feuer. Aber Rauch von anonymen Aussagen, das bringt mich zum Lachen. Ich glaube keine Sekunde, dass einer unserer Fahrer so etwas gesagt hat. Und Lefevere ist ein Mann, der bei uns Profis ständig für sauberen Radsport plädiert. Er hat mein vollstes Vertrauen", erklärte Boonen.
(apa/red)

