Samstag, 27. Jänner 2007

Mehrere Tote bei Anschlag in Bagdad: Autobombe expoldiert nahe belebter Kreuzung

  • Erneut Schiiten Ziel von Selbstmordattentaten
  • US-Regierung weist Kritik an Irak-Kurs zurück

Bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad sind nach Polizeiangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Zehn weitere Menschen seien bei dem Autobombenanschlag in einem überwiegend von Schiiten bewohnten Viertel im Osten der Stadt verletzt worden, sagten Polizisten. Die Zahl der Toten könne noch steigen. Der Anschlag ereignete sich nahe einer belebten Kreuzung im Viertel Neu-Bagdad.

Die Schiiten in Bagdad waren in den vergangenen Tagen mehrmals Ziel von Anschlägen. Der schiitische Ministerpräsident Nouri al- Maliki hat dazu aufgerufen, energisch gegen Extremisten auf beiden Seiten - auf schiitischer und sunnitischer - vorzugehen, um die tägliche Gewalt einzudämmen.

US-Regierung weist Kritik an Irak-Kurs zurück
Die US-Regierung will Kritik an der geplanten Truppenaufstockung nicht gelten lassen. US-Präsident Bush verwies nach der im US-Kongress vorbereiteten Resolution gegen die geplante Truppenaufstockung auf seine Entscheidungsgewalt. Viele Leute verurteilten einen Plan, ohne ihm eine Chance zu geben. Verteidigungsminister Gates warnte, die Kritik würde den Feind stärken.

Bush sagte auf eine Reporterfrage: "Eines der Dinge, die ich im Kongress beobachtet habe, ist das Bewusstsein bei den Meisten, dass ein Fehlschlag ein großes Desaster für die Vereinigten Staaten wäre. Und da ich der Entscheidungsträger bin, musste ich mir einen Ausweg aus diesem ausgeschlossenen Desaster ausdenken."

Auch Verteidigungsminister Robert Gates kritisierte die gegen die neue Irak-Strategie gerichteten Bemühungen im Kongress. "Es ist eindeutig, dass eine Resolution, die im Grunde sagt, dass der General, der das Kommando auf dem Kampfschauplatz übernimmt, nicht die Mittel haben sollte, von denen er denkt, dass er sie zum Erfolg braucht, den Feind stärkt." Zuvor hatte der Senat einstimmig David Petraeus als neuen Befehlshaber der US-Truppen im Irak bestätigt.

Weder Bush noch führende Regierungsvertreter widersprachen einem Bericht der "Washington Post", demzufolge US-Truppen die Erlaubnis erhalten haben, iranische Agenten zu fangen oder zu töten, die in Anschläge gegen US-Soldaten im Irak verwickelt sind. "Es macht Sinn, dass wenn jemand versucht, unseren Truppen zu schaden oder uns am Erreichen unserer Ziele hindern will oder unschuldige Bürger im Irak tötet, wir ihn davon abhalten", sagte Bush. Es sei eine Verpflichtung, die eigenen Leute zu schützen und gesetzte Ziele zu erreichen.
(apa/red)

27.1.2007 15:53