Weil Taliban immer aggressiver werden: USA rüsten in Afghanistan massiv auf!
- Rice: 2007 wird "kritisches Jahr" für Hindukusch-Land
·Mind. 10 Tote durch Selbstmordanschlag
Afghanistan: Weitere 14 Menschen wurden verletzt
Die USA rüsten in Afghanistan wegen der drohenden Offensive der Taliban massiv auf. Von insgesamt 8,2 Milliarden Euro Finanzhilfe fließen über drei Viertel in Ausbildung und Ausrüstung von afghanischer Polizei und Armee, wie US- Außenministerin Rice beim Treffen mit ihren NATO-Kollegen ankündigte. Die EU will für den Wiederaufbau des Landes 600 Millionen Euro investieren.
Rice sagte, 2007 werde ein "kritisches Jahr" für Afghanistan. Die neue US-Milliardenhilfe ergänzt jene 14 Milliarden Dollar, die die USA seit 2001 bereits für den Wiederaufbau Afghanistans ausgegeben haben. Die afghanische Armee soll auf eine Stärke von 70.000 Mann gebracht, die Soldaten besser ausgebildet und ausgerüstet werden. Nach Angaben von NATO-Diplomaten zählt die Armee Afghanistans derzeit "etwa 12.000 einsatzfähige Soldaten", da es "viel Fluktuation und Desertion gibt". Die Zahl der Polizisten soll auf 82.000 steigen.
Die USA wollen auch die eigene Militärpräsenz in Afghanistan in noch nicht genau bekanntem Ausmaß erhöhen. In Diplomatenkreisen war inoffiziell von 3.200 zusätzlichen US-Soldaten die Rede. Die Entscheidung werde in Abstimmung mit dem NATO-Oberkommandanten getroffen.
EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner kündigte an, sie werde ein entsprechendes Hilfspaket für 2007 bis 2010 bei einem Ministertreffen der EU-Troika mit der afghanischen Regierung am kommenden Montag in Berlin vorlegen. Der Fokus soll dabei auf der Reform der Justiz, der ländlichen Entwicklung als Alternative für die Mohnproduktion und auf dem Gesundheitswesen liegen.
Die EU ist seit dem Sturz der Taliban einer der größten Geldgeber für Afghanistan. Die gesamte Unterstützung der EU für Afghanistan für 2002 bis 2006 betrug nach Angaben der EU-Kommission 3,7 Milliarden Euro.
(apa/red)
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