Freitag, 26. Jänner 2007

Ausgangssperre nach Krawallen in Beirut: Zusammenstöße im Nahen Osten eskalieren

  • Oppositionsanhänger und Regierungstreue im Clinch
  • Mehrere Todesopfer nach Aufruf zum Generalstreik

Nach neuen Ausschreitungen mit mindestens vier Toten hat die Armee über Beirut eine Ausgangssperre verhängt. Hisbollah-Chef Nasrallah rief seine Anhänger auf, der Anweisung zu folgen. Anhänger der Opposition und regierungstreue Studenten waren an der Arabischen Universität Schlagstöcken und Steinen aufeinander losgegangen. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt.

Zuvor hatten bereits andere Vertreter der schiitischen Oppositionsparteien Hisbollah und Amal die Studenten aufgefordert, "sofort die Straße zu verlassen und nach Hause zu gehen". Der sunnitische Chef der libanesischen Mehrheitskoalition Saad al-Hariri, ein enger Verbündeter von Regierungschef Siniora, appellierte an alle Beteiligten, die Selbstbeherrschung zu wahren. Die Gewalt sei "der Versuch, die sehr positiven Ergebnisse der Geberkonferenz für den Libanon in Paris zu sabotieren".

Bei einem von Gewalt begleiteten Generalstreik, zu dem die Opposition aufgerufen hatte, waren drei Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Die Opposition, zu der neben der pro-iranischen Hisbollah und der Amal-Bewegung von Parlamentspräsident Berri auch die Anhänger des Christen-Generals Aoun gehören, will die Siniora-Regierung stürzen oder sie zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zwingen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Auseinandersetzungen im Libanon hat die internationale Gemeinschaft in Paris ein Hilfspaket in Höhe von 7,6 Mrd. Dollar geschnürt. Mit dieser von Frankreichs Staatschef Chirac genannten Summe wurden die Erwartungen klar übertroffen. Die Hilfsgelder sollen dem Libanon auf verschiedene Weise zugehen - das Spektrum reicht von billigeren Sofortkrediten bis zu Spendenversprechen.

(apa/red)

26.1.2007 09:22