Mittwoch, 24. Jänner 2007

Serienmörder-Prozess in Kanada: Pickton will keines der Opfer je gesehen haben

  • 57-Jähriger: "Erinnere mich an keines der Gesichter"

Ein kanadischer Schweinezüchter, der mindestens 26 Frauen ermordet und zerstückelt haben soll, hat nach eigenen Angaben keines der Opfer je gesehen. Der 57-jährige Robert Pickton aus Port Coquitlam, einem Vorort von Vancouver, muss sich zunächst wegen sechs Morden vor einem Geschworenengericht im benachbarten New Westminster verantworten. Die Jury verfolgte die Aussagen des mutmaßlichen Serienmörders während seines elfstündigen Polizeiverhörs im Februar 2002.

Auf dem Video zeigten ihm Polizisten die Fotos jener 48 Frauen, die in den 1990er Jahren aus dem Rotlichtdistrikt von Vancouver verschwunden waren und die Pickton umgebracht haben könnte. Einige der Frauen seien sehr schön gewesen, sagte er, als ihm die Fotos gezeigt wurden. Auf die Frage, ob irgendeine von ihnen je auf seinem Hof gewesen sei, antwortete er: "Ich erinnere mich an keines der Gesichter". Er könne Zahlen gut behalten, aber nicht Gesichter, entschuldigte sich der Schweinezüchter. Bei ihm gingen so viele Frauen ein und aus, dass er sie sich unmöglich merken könne.

Pickton und sein Bruder Dave hatten einen Stall auf der Farm in eine Art Tanzschuppen namens "Piggy's Place" umgebaut und dort jahrelang rauschende Partys gefeiert. Nachdem Anfang 2002 der Verdacht auf Pickton gefallen war, durchsuchte die Polizei seinen Bauernhof und fand die Leichenteile von Dutzenden von Frauen, unter anderem zwei abgetrennte und zersägte Köpfe in einem Gefrierschrank sowie menschliche Knochen und andere Körperteile. (apa/red)

24.1.2007 20:20