Sonntag, 28. Jänner 2007

Studiengebühren bald noch teurer? Hahn überlegt Kompromiss bei Uni-Beiträgen

  • In Uni-Autonomie übertragen: Erhöhungen möglich
  • ÖH: "Freigabe bedeutet Erhöhung". Auch SP dagegen

Wissenschaftsminister Hahn kann sich eine Freigabe der Studiengebühren innerhalb einer gewissen Bandbreite vorstellen. "Man kann darüber nachdenken, solche Dinge in die Autonomie der Universitäten zu übertragen", so Hahn in der ORF-Sendung "Hohes Haus". Natürlich müsse der Gesetzgeber einen Rahmen vorgeben.

Derzeit betragen die Studiengebühren an allen Unis einheitlich 363,36 Euro pro Semester. Zuletzt plädierte die FPÖ für eine Aufhebung dieser allgemeinen Studiengebühren, um den Unis die Möglichkeit einzuräumen, selbst die Beiträge innerhalb einer gewissen Bandbreite einheben zu können.

Unterdessen will der Österreichische Cartellverband (ÖCV) eine Gebührenbefreiung für seine Mitglieder im Zusammenhang mit der neuen Möglichkeit, sich die Beiträge durch gemeinnützige Arbeit zurückverdienen zu können. "Unsere Mitglieder leisten einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag in den Verbindungen", hieß es in einer Aussendung.

ÖH: "Freigabe bedeutet Erhöhung"
Die SPÖ lehnt die von Wissenschaftsminister Hahn ins Spiel gebrachte Freigabe der Studiengebühren innerhalb einer bestimmten Bandbreite ab. "Ich kann mir das nicht vorstellen, weil dann einige und wahrscheinlich die begehrtesten Studien für Studierende aus ärmeren Familien noch unerreichbarer werden", sagte SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal gegenüber der APA.

Broukal fordert Hahn auf, nicht weitere "Luftballons" steigen zu lassen, sondern endlich einen konkreten Vorschlag zu Erhöhung der Stipendien vorzulegen. Broukal: "Ich warte auf einen Vorschlag, um wie viel die Stipendien erhöht werden sollen - das steht im Regierungsprogramm. Ich warte auf einen Vorschlag, ab welcher Einkommensgrenze die Studiengebühren nicht mehr zu zahlen sein werden."

Abgelehnt wird die Freigabe auch von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). "Freigabe bedeutet nichts anderes als Erhöhung in allen Bereichen", kritisierten Barbara Blaha und Lina Anna Spielbauer vom ÖH-Vorsitzteam: "Die Unis würden keine Sekunde zögern, um ihre finanziellen Probleme auf die Studierenden abzuwälzen." Blaha und Spielbauer fordern nun eine "klare Ansage von Bundeskanzler (Alfred) Gusenbauer, ob er der Bundeskanzler sein wird, unter dem es zu einer Studiengebührenerhöhung kommen wird".

Hahn-Vorschlag "nicht aktuell"
Wissenschaftsminister Johannes Hahn ruderte in Sachen Freigabe der Studiengebühren wenig später zurück. Diese Idee sei "nicht aktuell", betonte seine Pressesprecherin Martha Brinek gegenüber der APA: "Keine Erhöhung der Studiengebühren." Hahn habe im Interview für das "Hohe Haus" lediglich auf die Frage geantwortet, welche Aufgaben theoretisch in die Autonomie der Universitäten übertragen werden könnten. Es habe sich dabei aber nur um ein "Was Wäre Wenn" gehandelt.

(apa/red)

28.1.2007 16:52