Kanzler hat noch einen Koffer in Berlin:
Erste Reise Gusenbauers nach Deutschland
- Will mit Merkel auch über Uni-Probleme sprechen
- Danach geht's zu Ministerin Calmy-Rey in die Schweiz
Seine ersten Auslandsreisen in der neuen Funktion des Bundeskanzlers führen Alfred Gusenbauer nach Berlin und danach nach Bern. Gusenbauers Sprecher Stefan Pöttler bestätigte der APA auf Anfrage, dass der Kanzler am 7. Februar einen eintägigen Besuch bei seiner deutschen Amtskollegin Merkel absolvieren wird.
Grund für die Wahl Berlins als erstes Auslandsziel ist laut Pöttler das Faktum, dass die Bundesrepublik derzeit den EU- Ratsvorsitz innehat. In Berlin sind auch Treffen mit Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering sowie mit Finanzminister Peer Steinbrück (beide SPD) geplant. Gusenbauer dürfte bei seinem Besuch die Frage der Quotenregelung für den Zugang zum Medizinstudium in Österreich ansprechen. Am 12. Februar soll dann ein Besuch Gusenbauers in Bern folgen. Dort soll der SPÖ-Vorsitzende laut den Angaben mit Bundespräsidentin und Außenministerin Micheline Calmy-Rey zusammenkommen.
Vizekanzler Molterer hat eine Antrittsvisite in Deutschland bereits absolviert. Er traf in Berlin mit Steinbrück, Wirtschaftsminister Glos (CSU) sowie mit Merkel zusammen. In Sachen Quotenregelung beim Medizinstudium traf Wissenschaftsminister Hahn (V) mit seiner deutschen Ressortkollegin Annette Schavan (CDU) in Berlin zusammen. Schavan werde Österreich beim "Schmieden einer internationalen Allianz helfen und sich auch in Brüssel stark machen", hieß es nach der Unterredung gegenüber der APA.
Die österreichische Quotenregelung sieht vor, dass 75 Prozent der insgesamt 1.500 Anfänger-Studienplätze in der Medizin für Inhaber österreichischer Reifezeugnisse reserviert sind, 20 Prozent für EU- Bürger und fünf Prozent für Nicht-EU-Bürger. Damit soll vor allem einem Ansturm so genannter Numerus-Clausus-Flüchtlinge aus Deutschland begegnet werden. (APA)
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