Stenzel sieht sich auf Kurs: Bezirkschefin beklagt "politische Strangulierung" durch SP
- Erneutes Antreten im Jahr 2010 für sie vorstellbar
- Bezirksvorsteherin vergleicht SP-Kopietz mit Putin

·Stenzel will 'Ästhetik-
Manifest' für Wr. City
ÖVP-Bezirkschefin kämpft
gegen 'Verhüttelung'
Ursula Stenzel, streitbare Bezirksvorsteherin der ÖVP in Wiens Innerer Stadt, kritisiert "Schikanen und Provokationen" durch das Rote Wien. SP-Landesparteisekretär Harry Kopietz erinnert sie gar an Wladimir Putin, erklärte sie. Umso mehr fühlt sich Stenzel durch den Zuspruch der Bezirksbewohner bestätigt. Würde am kommenden Sonntag gewählt, "ich glaube, ich würde dazugewinnen".
"Ich merke, dass ich eine Politik mache, die auf große positive Resonanz stößt", meinte die Bezirksvorsteherin, die für Bürgernähe und mehr Qualität plädiert und sich mit ihrer Kritik an lauten Events, lärmenden Jugendlichen und wuchernden Punschständen profiliert hat. Nach etwas mehr als einem Jahr im Amt ist für Stenzel durchaus vorstellbar, bei der nächsten Bezirksvertretungswahl im Jahr 2010 wieder anzutreten: "Ein Politiker sagt niemals nie. Und wenn es die City-Bewohner freut und ich die Energie behalte, why not?"
Nicht nur ihr Erfolg bei Anrainern und Bürgerinitiativen ist für Stenzel ein Beleg, dass es gut gewesen sei, sich mit dem Roten Wien anzulegen, statt sich zu arrangieren: "Ich habe in dem Jahr doch viel bewegt und nicht nur den Blätterwald rauschen lassen." Zu ihrem Verhältnis zur SPÖ meinte sie selbstbewusst: "Den Grundwalt (ihr Amtsvorgänger, VP-Bezirksvorsteher Franz Grundwalt, Anm.) haben sie zu Tode umarmt. Ich lasse mich halt nicht so leicht umarmen."
Die Folge davon ist aus Stenzels Sicht, dass ihr die SPÖ im Rathaus zunehmend Knüppel vor die Füße wirft. "Ich habe den Eindruck, Harry Kopietz fährt die Linie, dass er den Bezirk politisch lähmen möchte. Die Bewohner sollen die Sanktionen spüren, weil sie mich mit dieser Mehrheit gewählt haben. Und er will uns auch finanziell den Hahn abdrehen."
Kopietz wie Putin
Die frühere EU-Abgeordnete fühlt sich bei dieser "politischen und finanziellen Strangulierung" an internationale Vorbilder erinnert: "Wenn man sozusagen 'die Gas abdreht', wie es der Herr Putin mit den Gas- und Erdöllieferungen bei ihm nicht genehmen Regierungen macht, da kann man eine gewisse Analogie schließen. So verhält sich der Harry Kopietz gegenüber mir und dem 1. Bezirk."
Positiv bewertet Stenzel dagegen das Verhältnis zu den Grünen im Bezirk. "Ehrlich gestanden ist da oft eine Interessenskonformität da", sagte die Bezirksvorsteherin: "Das ist halt so, wenn man nicht alles unter einer parteipolitischen oder Lobbyistenbrille sieht." Dieser pragmatische Zugang gelte auch für Vertreter anderer Fraktionen, so Stenzel: "Ich bin nicht in allem grün angehaucht. Ich bin ich, darum tut man sich mit mir auch so schwer."
(apa/red)
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