Letzte Ruhestätte neben Torberg und Schnitzler: Gehard Bronner in Wien beerdigt
- Hunderte nahmen Abschied von Kabarett-Legende
- Präsident Fischer: "Demokratischer Hygiene-Faktor"

Hunderte Trauergäste haben den verstorbenen Kabarettisten Gerhard Bronner auf seinem letzten Weg begleitet. Aufgebahrt war der Leichnam in der Israelitischen Zeremonienhalle des Zentralfriedhofs. Bundespräsident Fischer würdigte Bronner in seiner Grabrede als einen über seine künstlerische Größe hinaus "ganz wichtigen Faktor der demokratischen und politischen Hygiene dieses Landes".
Fischer erinnerte an die Biografie des Künstlers, der vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Mit seiner lebenslangen Abscheu vor dem Nationalsozialismus habe er "dem Land einen Spiegel vorgehalten, an dem man einfach nicht vorbeischauen konnte".
Mit einer sehr persönlichen Rede verabschiedete sich seine Kollegin Elfriede Ott von Bronner: "Wir haben beschlossen, du bleibst unter uns, du bleibst da, wir wollen deinen Tod nicht zur Kenntnis nehmen."
Der Wiener Kabarettist, Komponist und Schriftsteller, der am 19. Jänner nach einem Schlaganfall in Wien 84-jährig gestorben war, wurde in einem Ehrengrab der Stadt Wien beigesetzt. Und zwar neben Arthur Schnitzler und Friedrich Torberg, der ihm "sowohl ein Nachbar war als auch geistesverwandt", sagte Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg in Anspielung auf die ehemaligen Wohnungsnachbarn Torberg und Bronner.(apa/red)
Deutsche Sklavin befreit14:01
Frau schildert ihr Leid19-Jährige nach acht Jahren gerettet - Mutter soll von Martyrium gewusst haben
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
