Wieder BSE-Alarm in Österreich: Krankheit erstmals bei Kuh in Kärnten festgestellt
- Ministerin beruhigt: Keine Gefahr für Verbraucher!
- Rinderbestand am Bauernhof wird nicht gekeult
·Die Creutzfeldt- Jakob-Krankheit
Für Menschen tödliche Infektion mit 2 Varianten
·Info: Die Tierseuche
"Rinderwahnsinn"
BSE-infizierte Rinder sterben qualvollen Tod
·BSE-Fälle: Abnahme
seit den Neunzigern
Stärkster Ausbruch der Seuche in Großbritannien
BSE-Alarm in Österreich: Der sechste BSE-Fall ist aus Kärnten gemeldet worden. Eine elf Jahre alte Kuh war positiv getestet worden, das Tier stammt ursprünglich aus der Steiermark. Es hatte keine klinischen BSE-Symptome und wurde bereits verbrannt. Die anderen Rinder auf dem Bauernhof im Bezirk St. Veit/Glan müssen nicht gekeult werden. Gesundheitsministerin Andrea Kdolksy betonte, für die Konsumenten bestehe keinerlei Gefahr.
Nach Angaben des Kärntner Agrarlandesrates Josef Martinz (V) gibt es in dem betroffenen Kärntner Familienbetrieb 60 Rinder, die BSE-Kuh hatte der Bauer 1998 von einem Hof im Bezirk Knittelfeld gekauft. In Kärnten hatte die Kuh acht Nachkommen, von denen fünf bereits geschlachtet wurden, eines ist verendet und zwei sind noch am Leben. "Alle geschlachteten Nachkommen sind auf BSE getestet worden, sämtliche Tests waren negativ", sagte Martinz bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.
Betrieb sofort gesperrt
Der Betrieb war sofort nach Bekanntwerden des ersten Testergebnisses gesperrt worden. "Die anderen Tiere müssen aber nicht gekeult werden, da BSE eine Einzeltiererkrankung ist, die nicht durch Kontakt mit anderen Tieren übertragen werden kann", sagte Martinz. Laut EU-Vorschriften ist bei BSE-Fällen vorgesehen, nur die so genannte Geburtskohorte und die Futtermittelkohorte zu keulen. Die Kohorte sind all jene Tiere, die ein Jahr vor bzw. ein Jahr nach dem betroffenen Tier geboren wurden.
Kdolsky beruhigt Verbraucher
Das Gesundheitsministerium beruhigte in einer Aussendung die Verbraucher. "Fleisch oder sonstige Produkte kamen nicht in die Lebensmittelkette", versicherte Kdolsky. Auch Martinz unterstrich, dass die BSE-Vorsorgemaßnahmen in Kärnten und Österreich "vorbildlich" seien, es sei ausgeschlossen, dass verseuchtes Fleisch in den Verkauf gelange: "Die Maßnahmen haben sich im Ernstfall ausgezeichnet bewährt."
BSE-Überwachungsprogramm "lückenlos"
In Österreich wurden seit Dezember 2000 mehr als 1,2 Millionen BSE-Tests durchgeführt, seit 1990 besteht ein Tiermehlfütterungsverbot für Wiederkäuer. Der Vergleich mit anderen Ländern wie beispielsweise Deutschland mit 363 BSE-Fällen oder der Schweiz mit 459 belege, dass das österreichische BSE-Überwachungsprogramm lückenlos funktioniere, meinte auch Kdolsky.
Der erste Fall von Rinderwahnsinn in Österreich war im Dezember 2001 im niederösterreichischen Groß Höbarthen (Bezirk Gmünd) aufgetaucht. Im Juni 2005 gab es zum zweiten Mal BSE-Alarm. Diesmal war ein Rind von einem Bergbauernhof im Kleinwalsertal in Vorarlberg betroffen. Zwei Monate später wurde bei einem aus Slowenien stammenden Rind, das zur Schlachtung nach Graz gebracht wurde, BSE festgestellt, dieser Fall zählt nicht für die österreichische Statistik. Im Oktober 2005 wurde bei einem in Salzburg geschlachteten Tier die Krankheit festgestellt, es stammte aus einem Betrieb im Flachgau. Der vierte Fall betraf einen Bergbauernhof im Mühlviertel, und zwar im Mai vergangenen Jahres. Einen Monat später wurde eine Kuh aus Nikolsdorf in Osttirol positiv getestet und nun ist auch in Kärnten eine BSE-Infektion festgestellt worden.
Verantwortlich für die Krankheit, die auch als Rinderwahnsinn bezeichnet wird, sind krankhaft veränderte Eiweiße (Prionen). Die schwammartige Gehirnschädigung des Rindes (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) ist, so die gängige Theorie, entstanden, weil Tierfutter-Hersteller in Großbritannien Schafskadaver zur Futterverarbeitung nicht mehr ausreichend sterilisiert hatten. Fleisch- und Knochenmehl enthielt Erreger aus Scrapie-kranken Schafen, die ebenfalls ein schwammartig verändertes Gehirn aufweisen. Infizierte Rinder werden aggressiv, verlieren ihre Orientierung und verenden qualvoll, wenn sie nicht vorher getötet werden.
(apa/red)
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