Donnerstag, 25. Jänner 2007

ÖGB-Organisationsgrad gesunken: Immer weniger Arbeitnehmer sind in Gewerkschaft

  • Hundstorfer: 40.000 Austritte nach BAWAG-Affäre
  • Mitgliederzahl auf rund 1,295.000 runtergerasselt

Die Schere zwischen der Anzahl der unselbstständig Erwerbstätigen und der ÖGB-Mitglieder ist in den letzten Jahren immer größer geworden. 1981 hatte der ÖGB mit 1,677.265 Mitglieder den höchsten Organisationsgrad erreicht, damals hatte die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen noch 2,799.273 betragen. Bis 2005 war die Zahl der ÖGB-Mitglieder auf 1,335.421 gesunken, jene der unselbstständig Erwerbstätigen aber auf 3,234.636 gestiegen.

Die offiziellen ÖGB-Zahlen für 2006 liegen noch nicht vor - doch hatte Gewerkschaftspräsident Rudolf Hundstorfer zuletzt erklärte, dass es - nach ÖGB- und BAWAG-Skandal - 40.000 Austritte im Vorjahr gegeben habe. Das bedeutet, dass die Mitgliederzahl auf rund 1,295.000 runtergerasselt ist. Da auf der anderen Seite die Zahl der unselbstständig Erwerbstätigen auf 3,280.878 gestiegen ist, sank der Organisationsgrad auf 39,5 Prozent. 1981 hatte dieser Wert noch 59,9 Prozent betragen.

Was die unselbstständig Beschäftigten betrifft, ist die Steigerung in den vergangenen Jahren auch darauf zurückzuführen, dass es mehr Teilzeitarbeitsplätze und einen wahren Boom bei den so genannten prekären Beschäftigtenverhältnissen gegeben hat. Und bei den ÖGB-Mitgliederdaten ist zu berücksichtigen, dass darin auch Arbeitslose enthalten sind, deren Anteil an der Gesamtzahl aber auf maximal rund 10.000 geschätzt wird und daher prozentmäßig kaum ins Gewicht fällt.

(apa)

25.1.2007 10:23