Wieder Aufregung um ORF-Chefredakteur Seledec: Harsche Kritik vom Redakteursrat
- Auftritt bei FP "peinlich und unternehmensschädigend"
- Redakteursrat fordert klare Unvereinbarkeitsregeln

Einmal mehr stößt sich der ORF-Redakteursrat am Verhalten des zentralen ORF-Chefredakteurs Walter Seledec auf Grund dessen vermeintlicher FPÖ-Nähe. Die ORF-Journalisten kritisieren in einer Aussendung den Auftritt Seledec' bei der FPÖ-Klubklausur als "peinlich und unternehmensschädigend" und fordern von der Geschäftsführung, "endlich die seit Jahren zugesagten konkreten Verhandlungen über klare Unvereinbarkeitsregeln aufzunehmen".
"Es gibt Menschen, die nicht lernfähig, beziehungsweise nicht lernwillig sind", heißt es es in der Stellungnahme. Der "vom Gehaltsbezug her hochrangige" ORF-Bedienstete Seledec demonstriere "immer wieder seine offenkundige Unfähigkeit zu erkennen, was mit dem Recht auf und der Pflicht zu - auch im ORF-Gesetz festgelegter - 'Unabhängigkeit von Staats- und Parteieneinfluss' vereinbar ist und was nicht". Seledec lasse "keine Zweifel" über seinen "politischen Standort" aufkommen. Davon zeuge auch die gemeinsame Iran-Reise mit FP-Mandataren.
"Und ausgerechnet dieser Walter Seledec hält dann bei der Klausurtagung des Parlamentsklubs jener Partei, zu der er sich auch öffentlich demonstrativ bekennt, ein Referat über den 'neuen ORF'. Das ist für den ORF peinlich und unternehmensschädigend. Vor allem auch, weil dieser Auftritt auch noch ein von der Geschäftsführung offiziell genehmigter ist", empören sich die ORF-Journalisten. Sie fordern daher von der Geschäftsführung konkrete Verhandlungen über Regeln, die verhindern sollen, dass ORF-Repräsentanten "bei Parteiveranstaltungen durch Auftritte, demonstratives Klatschen etc. Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit, die für den ORF von existenzieller Bedeutung sind, in Frage stellen".
(apa)
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