Mittwoch, 24. Jänner 2007

FPÖ-Machtkampf bei Klausur beigelegt: Strache und Stadler sind wieder Freunde

  • Zeitung: Stadler kritisiert Straches Vorliebe für Luxus
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Die Abgeordneten des FPÖ-Klubs waren bei ihrer Klausur in Waidhofen an der Ybbs bemüht, den vorerst für beendet erklärten Konflikt zwischen FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache und Mandatar Ewald Stadler runter zu spielen. Sie sprachen gegenüber der APA einhellig von "kontroversiellen Debatten" und zeigten sich überzeugt, dass der Friede zwischen den zwei Kontrahenten halten wird. In Sachen katholische Parteiinstitution zeigten sich die Parlamentarier mehrheitlich auf Strache-Linie und lehnte eine solche ab.

"Politik ist kein Kindergarten." Da es viele Alpha-Männer gebe, komme es manchmal zu Kontroversen, sagte Generalsekretär Harald Vilimsky. Hinzu komme der Ausnahmezustand nach der BZÖ-Abspaltung und die Tatsache, dass der Klub noch sehr jung sei. Die Aussprache zwischen Strache und Stadler sei aber eine "dauerhafte Geschichte", alles andere werde im Parteivorstand besprochen, so Vilimsky in Anspielung auf die Foto-Affäre. Dass ein Gegenschlag von einer der beiden Seiten kommt, glaubt Vilimsky nicht.

Auseinandersetzungen gebe es überall und in einer freiheitlichen Partei ganz besonders, meinte Oberösterreichs Landesparteiobmann Lutz Weinzinger. Die Debatte sei vielleicht "nicht sehr professionell" geführt worden, "das haben wir auch klar gemacht". Der Friede sei aber von Dauer, "weil wir es wollen". Abgelehnt wird von Weinzinger die von Stadler geforderte katholische Institution. Eine Absage gab es auch von seinem Kollegen Alois Gradauer: "Wir sind kein katholischer Verein." Partei und Kirche müsse man auseinander halten.

Skeptisch zeigte sich auch der zuletzt wegen Aussagen zum NS-Regime unter Beschuss geratene Steirer Wolfgang Zanger. Pensionistensprecher Werner Neubauer zeigte sich mit der vereinbarten Regelung, wonach sich Stadler um die katholische Wählerschaft im Rahmen der neuen Bildungseinrichtung kümmern soll, zufrieden. Das sei "vertretbar und glaubhaft". Den Streit betrachte auch er als dauerhaft beendet.

Der Kärntner Karlheinz Klement vermutet noch immer, dass das BZÖ hinter dem Foto-Skandal streckt. Die Orangen hätten versucht, einen Keil zwischen Strache und Stadler zu treiben. Auch er zeigte sich überzeugt, dass der Waffenstillstand halten wird. Es sei besser, man trage solche Konflikte jetzt als vor der Wahl aus. Eine religiöse Einrichtung in der Partei lehnte er ab, will aber den Kampf Stadlers für das "wehrhafte" Christentum unterstützen.

Stadler und Strache über angebliches Dossier empört
Entsetzt und empört haben sich FPÖ-Abgeordneter Ewald Stadler und FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache über einen Zeitungsbericht gezeigt, wonach Stadler ein Dossier über den Lebensstil von Strache in Auftrag gegeben haben soll. Stadler und Strache hatten gerade erst ihren Konflikt offiziell für beendet erklärt. Die "Presse" berichtet nun, dass Stadler eine Dokumentation über die Vorliebe Straches für exklusive Marken angefertigt haben soll.

Laut dem Bericht ist in diesem Dossier unter anderem von Etro-Schals um 500 und Gürteln um rund 180 Euro, Richmond-Shirts ab 100 Euro sowie einer Rolex für 10.000 Euro die Rede. Thematisiert werden auch Straches BMW und seine Wohnung in Innenstadt-Luxuslage. Anstoß für das Strache-Dossier soll eine Montage im Magazin "Profil" Ende 2005 gewesen sein, auf der Strache Arm in Arm mit einem orientalisch aussehenden, sich gewollt schwul gebenden jungen Mann zu sehen sein soll. Auch ein Klub-Foto von Strache mit einer szenenbekannten "Professionellen" scheint laut "Presse" auf, ebenfalls aus der Zeit um den Wiener Wahlkampf.

Stadler wies gegenüber der APA am Rande der FPÖ-Klubklausur in den Artikel empört zurück und sprach von "Schwachsinn". Er sei auch, wie in dem Bericht behauptet, von der Zeitung nicht kontaktiert worden. Gleiches sagte auch Strache. Das sei "absurd und pervers". Man versuche offensichtlich gezielt mit "Unwahrheiten und Gerüchten" seiner Person zu schaden. "Das hat Methode", so Strache, der über die Quellen des Übels nicht spekulieren wollte. Er und Stadler betonten, weder von einem Dossier noch von den darin behaupteten Dingen etwas zu wissen.


(apa/red)

24.1.2007 11:41