Aufatmen für Gräserpollen-Allergiker: Jetzt gibts Immuntherapie in Tablettenform!
- Großer Vorteil liegt in leichterer Anwendbarkeit!
- Heuschnupfen-Symptome um 36 Prozent verringert!

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Gräserpollen-Allergiker könnten ein einfacher einzunehmendes Mittel zur Immuntherapie gegen die Allergie zur Verfügung haben: Die so genannte "Gräsertablette". Sie ist seit letzter Saison auch in Österreich erhältlich. Dadurch ersparen sich die Behandelten vor allem die sonst regelmäßige Injektion von Pollenextrakten unter die Haut.
Etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung leidet an einer Allergie. Häufiger Auslöser ist der Blütenstaub (Pollen) der heimischen Gräser, die Jahr für Jahr mehr als eine Million Österreicher von Mai bis August den Sommer buchstäblich mit Symptomen verfolgen.
3-jährige Therapie
Antihistaminika, Cortison-Sprays etc. dämpften vor allem die Symptome der Gräser-Allergien. Eine ursächlich wirksame Behandlung, welche die Krankheit an sich beseitigt oder mildert, ist nur die Immuntherapie. Dabei gab es bisher zwei Möglichkeiten: die regelmäßige Injektion von steigenden Dosierungen von passenden Pollen-Extrakten unter die Haut oder die Verabreichung in Tropfenform. Die Tabletten, die unter die Zunge gelegt werden - die Aufnahme der Allergene zum Trainieren des Immunsystems auf Toleranz erfolgt über die Schleimhaut -, enthalten hoch konzentrierte Extrakte, müssen nicht gekühlt werden und sind entsprechend leicht anwendbar. Die Immuntherapie mit den Tabletten ("Grazax"/Alk-Abello) dauert normalerweise drei Jahre, teilte der Erzeuger mit.
Kampf dem Heuschnupfen
In einer internationalen Studie, an der 51 Behandlungszentren in Europa - aus Österreich, Deutschland, Dänemark, Spanien, Italien, die Niederlande, Schweden und Großbritannien - teilnahmen, erhielten Patienten, die mindestens zwei Jahre lang an moderaten bis schweren Heuschnupfensymptomen durch Gräserpollen litten, entweder die echten Tabletten oder ein Scheinmedikament (Placebo). Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass 82 Prozent jener Pollenallergiker, welche das Medikament erhalten hatten, eine Besserung der Symptome registrierten (besser oder viel besser), hingegen nur 49 Prozent der Personen aus der Placebo-Gruppe. Die Daten zeigten auch, dass die "Gräsertablette" bereits während der ersten Pollensaison die allergischen Symptome über den Placeboeffekt hinaus um 30 Prozent reduziert.
Schnellere HilfeDie neuesten Ergebnisse dieses Studienprogramms: Die Heuschnupfen-Symptome (rinnende Nase, Niesen, juckende Augen, Husten) werden während der zweiten Pollensaison um 36 Prozent über den Placeboeffekt hinaus verringert, gleichzeitig wird der Bedarf an symptomlindernden Medikamenten (Antihistaminika, Kortisonpräparate) um 46 Prozent verringert. Eine frühzeitige Immuntherapie bei Heuschnupfen soll auch die spätere Entwicklung eines schweren Asthmas verhindern helfen.
Jetzt beginnen!
Dr. Waltraud Emminger, Ärztliche Leiterin des Allergie- Ambulatoriums Rennweg: "Die Patienten sollten zumindest zwei, besser aber drei bis vier Monate vor der erwarteten Gräserpollensaison mit der täglichen Einnahme beginnen." Ein guter Effekt sei dann schon für den kommenden Mai zu erwarten. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mit der Therapie ab Jänner/Februar zu beginnen und dann ab August bis zum kommenden Jahr eine Pause einzulegen. Derzeit muss die Behandlung vom Chefarzt bewilligt werden. Die Gräsertablette ist für Gräserpollen-Allergiker ohne schweres Asthma ab dem 18. Lebensjahr geeignet.
(apa/red)
