Montag, 12. März 2007

US-Bürger vertrauen zunehmend dem Web:
Blogs oft Lesermagnet für große Zeitungen

  • Zahl der Blog-Leser im letzten Jahr verdreifacht
  • Fernsehen in den USA nach wie vor Spitzenreiter

Die US-Amerikaner vertrauen bei ihrer Information über die Politik zunehmend dem Internet. Dabei spielen einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen//NetRatings zufolge Blogs - also Online-Tagebücher - eine immer wichtigere Rolle. Die zehn größten US-Zeitungen zogen im Dezember 2006 drei Mal so viele Leser mit ihren Blogs an als noch vor einem Jahr, wie aus der veröffentlichten Studie hervorgeht.

Eine Studie des Pew Internet Project zeigt zudem, dass bei den US-Kongresswahlen im vergangenen Jahr 15 Prozent der Befragten den größten Teil ihrer Informationen aus dem Internet zogen. "Wir könnten 2008 als das Jahr erleben, ab dem der Unterschied zwischen 'virtueller' und 'echter' Politik drastisch zurückgeht", sagte Lee Rainie, Mitautor der Pew-Studie. Bei Präsidentenwahlen nehme das Interesse deutlich zu. Zudem dürften einige Kandidaten verstärkt ihren Wahlkampf ins Internet verlegen.

Blogs als Medium der Zukunft?
3,8 Millionen Leser clickten Nielsen zufolge die Online-Tagebücher an, die auf den Homepages von Zeitungen wie der Washington Post oder der New York Times veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr waren es nur 1,2 Millionen Leser. "Wir haben uns alle etwas mehr daran gewöhnt, uns online auszutauschen", sagte Carolyn Creekmore von Nielsen//NetRatings. Zudem würden deutlich mehr Blogs angeboten als vor einem Jahr.

Ablöse noch nicht in Sicht
Abgelöst werden dürften die Zeitungen und die anderen konventionellen Medien allerdings so schnell nicht vom Internet: 69 Prozent der Amerikaner vertrauen Pew zufolge auf das Fernsehen als wichtigste Informationsquelle, Tageszeitungen und Radio folgen mit 34 beziehungsweise 17 Prozent. Pew befragte mehr als 2.500 Erwachsene für seine Studie. Nielsen zählte alle Besucher der zehn größten Tageszeitungen im Dezember. (apa/red)

12.3.2007 09:14