Gusenbauers Netzwerk: Die 50 neuen Mächtigen

Kanzler-Verbündete. Auf wen Alfred Gusenbauer bei wichtigen Entscheidungen hört und wer die Vertrauten des neuen Kanzlers in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur sind.
Machtwechsel. Wenn ein Kanzler neu ins Amt kommt, gewinnen auch seine Freunde und Vertraute aus Politik, Wirtschaft und Kultur an Einfluss. Ein Bundeskanzler braucht ein dichtes Netzwerk von Experten und Verbündeten, die ihm entscheidende Ratschläge geben, neue Kontakte herstellen und ab zu unter vier Augen auch Unangenehmes sagen. Mit Alfred Gusenbauers Aufstieg ins Bundeskanzleramt gelangen langjährige Wegbegleiter, aber auch ein paar Newcomer ins Zentrum der Macht. Ein Überblick über das neue rote Netzwerk:
Das Kanzlerkabinett. Nicht im Scheinwerferlicht, aber mitentscheidend für den Erfolg sind die Frauen und Männer im Kanzlerkabinett. Sie decken die wichtigsten Themenbereiche ab, bereiten alle Unterlagen und Reden für den Chef vor, managen seine Termine und koordinieren die Öffentlichkeitsarbeit. Wichtigster Mann im Team ist Kabinettchef Johannes Schnizer, der aus dem SPÖ-Parlamentsklub auf den Ballhausplatz wechselte. Der Verfassungsrechtler koordinierte für die SPÖ schon alle großen und kleinen Verhandlungsrunden.
Die SJ-Schiene. Viel mehr im öffentlichen Interesse stehen die politischen Vertrauten fast durchwegs langjährige Wegbegleiter, die Gusenbauer großteils aus der Zeit in der Sozialistischen Jugend kennt. Die wichtigsten sind Doris Bures, die für ihre Treue nun mit einem Ministerinnenamt belohnt wurde und gleich nebenan im bisherigen Vizekanzleramt sitzt, und der SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Er war Gusenbauers Vorgänger an der Spitze der SJ. Die beiden verbindet eine herzlich-ironische, manchmal beißend-zynische politische Freundschaft. Ein bisserl wie ein Ehepaar, sagt Cap.
Andere Seilschaften wie zum neuen Infrastrukturminister Werner Faymann, Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter und zu Sozialminister Erwin Buchinger reichen ebenso in alte SJ-Zeiten zurück.
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