Massive Umsatzeinbußen: Probleme für Urlauber mit neuen Zigaretten-Automaten
- Konsumrückgang von 90% in Touristengebieten
- Überprüfung des Mindestalters Grund für Probleme

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Die seit Jahresbeginn eingerichteten Sicherheitssperren bei Zigarettenautomaten sorgen in österreichischen Urlaubsgebieten für einen Geschäftsrückgang. In den ersten beiden Jännerwochen seien die Umsätze an den Geräten in den Fremdenverkehrsgebieten um etwa 90 Prozent zurückgegangen, sagte Rolf Gleißner, Geschäftsführer des Trafikanten-Bundesgremiums der Wirtschaftskammer (WKÖ). Betroffen davon seien vor allem deutschen Urlauber, für die der Bezug der Zigaretten über Automaten sehr wichtig seien.
Im restlichen Österreich rechnet man bei der Wirtschaftskammer langfristig mit keinen drastischen Umsatzrückgängen: Die Einnahmen dürften das Niveau der Vormonate nach der Umstellungsphase wieder nahezu erreichen, meinte Gleißner. Fehlen würden in der Bilanz natürlich die Käufe von Jugendliche unter 16 Jahren, die man mit dieser Regelung allerdings ohnehin ausschließen wollte. Durch die Umrüstungsschwierigkeiten und die anfängliche Bedienungsscheu der Kunden erwarte man im Jänner jedoch Einbußen bis zu 30 Prozent.
"Das grundsätzliche Problem ist, dass ausländische Gäste keine österreichische Bankomatkarte besitzen", meinte Gleißner zu den Umsatzrückgängen in Ferienregionen. Neben der Chipkarte ist eine Überprüfung des Alters nur per SMS mit einem heimischen Mobiltelefon möglich. Ob die Urlauber das für den Kauf der Zigaretten notwendige Mindestalter von 16 Jahren aufweisen, kann demnach nicht überprüft werden.
Für deutsche Touristen dürfte es jedoch bald eine Lösung geben: Derzeit werde überprüft, ob die deutsche Geldkarte auch bei österreichischen Zigarettenautomaten eingesetzt werden könne, berichtete Gleißner. Wenn die zuständige Stelle dies genehmigt, sollen die Geräte mit einer entsprechenden Software nachgerüstet werden. "Es wird mit Sicherheit eine technische Lösung geben", so der Geschäftsführer. Er hoffe, diese geschehe noch im Laufe des Frühjahrs. Für andere Länder dürfte es jedoch auch in Zukunft keine Möglichkeit geben die Automaten zu benützen. Der Einsatz von ausländischen Mobiltelefonen ist derzeit nicht geplant.
Dass Italiener oder Franzosen die Geräte nicht benützen können, wird sich laut Gleißner allerdings nicht so stark auswirken wie der momentane Verlust der deutschen Automaten-Kunden. In der Bundesrepublik werden die Geräte besonders viel genützt. 25 Prozent der Umsätze von Zigarettenverkäufen werden dort gemacht. In Österreich sind es zwischen acht und zehn Prozent. In anderen Ländern wird an Zigarettenautomaten wesentlich weniger gekauft: In Frankreich gibt es keine Benützung außerhalb von Geschäften und in Italien dürfen die Geräte nur in Betrieb genommen werden, wenn die Trafik geschlossen hat, berichtete Gleißner.
Auch in Deutschland muss das Alter der Käufer seit 1. Jänner 2007 bei rund 500.000 Zigarettenautomaten vor dem Kauf überprüft werden. Dass Österreicher diese Geräte ebenfalls benützen können, ist vorerst nicht angedacht: Diesbezüglich gebe es nur wenig Bedarf, meinte Gleißner. "Es gibt kaum österreichische Touristen in Deutschland."
(apa/red)
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