Violetter Umbruch: Gewerkschafts-Boss Katzian soll neuer Austria-Präsident werden
- Wechsel könnte Bewegung in Stadionfrage bringen
- Auf Vorschlag von Kuratoriumsvorsitzenden Häupl
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Wolfgang Katzian, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), wird laut Zeitungsberichten von Wiens Bürgermeister und Klub-Kuratoriumschef Michael Häupl als neuer Präsident des österreichischen Fußball-Meisters FK Austria vorgeschlagen. "Die Wahl Katzians (50) durch Kuratorium und Generalversammlung wird eher ein Formalakt", hieß es.
Nach Informationen des "Standard" ist der Aufstieg des Austria-Mitglieds Katzian (seit 1993) zum Vereinschef fix vereinbart und aus mehreren Gründen plausibel. "Der langjährige Mitarbeiter des streitbaren GPA-Chefs Hans Sallmutter hat mit Magna-Chef Frank Stronach in der Auseinandersetzung um die Betriebsräte in den österreichischen Magna-Werken eine solide Gesprächsbasis aufgebaut.
Stronach wollte zu Beginn seines hiesigen Engagements keine Betriebsräte in seinen Werken zulassen, Sallmutter und Katzian haben an einer Neuorientierung und quasi sozialpartnerschaftlichen Evolution Stronachs mitgewirkt."
Weiters hieß es in dem Bericht: "Katzian gilt auch als enger Vertrauter Häupls, er steht vom Bürgermeisterbüro aus gesehen auf der richtigen politischen Seite. Er versteht etwas von Politik, auch wenn er ein Regierungsamt abgelehnt hat. Die GPA ist der mächtigste ÖGB-Arm, auch wenn der ganze Körper derzeit schwächelt. Ein ÖGB-Spitzenfunktionär als Austria-Präsident wäre kein kleiner Image-Coup."
Durch die Bestellung Katzians könnte auch Bewegung in die Diskussion um den Bau eines neuen Austria-Stadions kommen. "Die GPA ist an diversen Immobilienfirmen beteiligt, an der Wohnbauvereinigung für Privatangestellte, der Gasometer-Mall Beteiligungsgesellschaft und der Gasometer-Hallenbetriebsgesellschaft.
Das ist auch deswegen nicht unerheblich, da die Austria-Spitze (die Funktionsperioden der Vizepräsidenten Peter Pelinka und Andreas Rudas laufen aus) auf Wunsch Stronachs neu besetzt wird, um geeignete Vertreter in die zu gründende Aktiengesellschaft schicken zu können. Und die AG wiederum wird aufgestellt, um Stronach einen besseren und transparenteren Hebel für die Durchführung des Entwicklungsprojekts in Rothneusiedl zu verschaffen", berichtete der "Standard".
Auch der "Kurier" berichtet über den Aufstieg von Wolfgang Katzian zum Austria-Präsidenten. "Es ist mehr als nur ein Gerücht", zitierte die Zeitung einen Gewerkschaftssprecher. Aus dem Büro von Katzian hieß es gegenüber der APA: "Es gibt Gespräche, auszuschließen ist es nicht."
(apa/red)
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