Donnerstag, 25. Jänner 2007

Neustart für Sturm Graz: Zwangsausgleich
des insolventen Bundesligisten angenommen

  • Positive Entscheidung für 'Blackies' am Handelsgericht
  • Kein Einspruch gegen Ausgleichsquote von 20 Prozent

Der Zwangsausgleich des SK Sturm Graz ist am Handelsgericht Graz angenommen worden. Damit ist ein Konkurs vom Tisch und der Fortbestand des Fußball-Bundesligisten scheint gesichert. Die Einigung mit den Gläubigern ist von Konkursrichter Elmar Schneider und Masseverwalter Norbert Scherbaum bestätigt worden. Sturm-Präsident Hans Rinner sprach von einem Neubeginn und appellierte um weitere Unterstützung.

Bei der Verhandlung ging es in erster Linie um die Bereitstellung von zwei Millionen Euro zur Abdeckung der Ausgleichsquote in Form einer Bankgarantie. Die Ausgleichsquote war mit 20 Prozent vereinbart worden, d.s. 2,46 Mio. Euro bei einem anerkannten Stand der Verbindlichkeiten in der Höhe von 11,54 Mio. Euro. 15 Prozent werden binnen 14 Tagen schlagend und sollen von den neuen Investoren - Styria Medien AG, Raiffeisen Landesbank, Grazer Wechselseitige - aufgebracht werden. Die restlichen fünf Prozent werden erst binnen Zwei-Jahres-Frist fällig.

Masseverwalter beendet Tätigkeit
Ausschlaggebend für die Entscheidung der Gläubiger, den Zwangsausgleich anzunehmen, sei der Umstand gewesen, dass im Fall einer Liquidation mit Einstellung des Spielbetriebs die maximale Quote mit 6,6 Prozent errechnet worden sei, wie der Masseverwalter in Übereinstimmung mit den Gläubigerverbänden festhielt. Der Masseverwalter hat mit der Annahme des Zwangsausgleichs und der Ausschüttung der Barquote seine Tätigkeit beendet.

Sturm-Jurist: Ergebnis "phänomenal"
Sturm-Jurist Michael Drexel hielt fest, dass das Abstimmungsergebnis "phänomenal" gewesen sei. Auch ehemalige Spieler wie Ivica Vastic und Markus Schopp hätten zugestimmt. Wie der Jurist erklärte, hätte Ex-Präsident Hannes Karting noch vertragliche Verpflichtungen bezüglich Sponsoring. Mit der zugesagten Haftung des Landes in der Höhe von 1,2 Mio. Euro rechne man noch - diese Absicherung wäre für das bevorstehende Lizenzierungsverfahren für die Saison 2007/2008 wichtig.

Rinner: "Beginnen mit der Arbeit für die Zukunft"
"Wir beginnen mit der Arbeit für die Zukunft", sagte Sturm-Präsident Hans Rinner in der anschließenden Pressekonferenz. Gemeinsam mit dem Masseverwalter sei es - überlebensnotwendig rasch - gelungen, den "Schrotthaufen" aufzuräumen. Nun sei man beim Fundament: "Alle, die ein bisserl ein Herz haben für den SK Sturm, werden wir jetzt brauchen."(apa)

25.1.2007 18:02