Roger Federer holt 10. Grand Slam-Titel: Gonzalez gegen Schweizer ohne Chance!
- 25-Jähriger im gesamten Turnier ohne Satzverlust
- Federer bringt Sieg in Melbourne stolze 767.801 Euro
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Roger Federer hat sich in Melbourne in unwiderstehlicher Manier seinen 10. Grand-Slam-Titel geholt. Tennis-"König" Roger ist derzeit das Maß aller Dinge und holte sich als erster Spieler seit 27 Jahren ein Major-Turnier ohne Satzverlust. Der Topfavorit und Titelverteidiger aus der Schweiz sicherte sich den ersten Major-Gewinn 2007 durch einen ungefährdeten 7:6(2),6:4,6:4-Erfolg über den als Nummer 10 gesetzten Chilenen Fernando Gonzalez.
Die Konstanz, mit der der erst 25-jährige Eidgenosse bei diesem Turnier die Konkurrenz demoralisierte, ist beinahe schon unheimlich. Nach der fantastischen Leistung Federers im Halbfinale gegen Andy Roddick gelang es dem erstmals im Endspiel eines Grand Slam stehenden Gonzalez zwar, Federer zu fordern, doch letztlich war dieser auch im siebenten Turniermatch ungefährdet.
Lediglich im ersten Durchgang hatte es der Südamerikaner auf dem Schläger, Federer zumindest als Einziger in diesem Turnier einen Satz abzunehmen: Gonzalez gelang das Break zum 5:4, bei 40:15 hatte er zwei Satzbälle. Doch sein Gegner konterte "federerleicht" und sorgte mit dem 7:2 im Tie-Break für die Vorentscheidung. Gonzalez ließ sich vor Beginn des zweiten Satzes in einer dreiminütigen Verletzungspause an der Schulter behandeln, spielte aber nach außen hin ohne Handicap weiter.
So nahe wie im ersten Satz ließ Federer seinen Gegner nicht mehr an sich heran, und schaffte jeweils Breaks zum 4:3 im zweiten und dritten Satz. Nach 2:20 Stunden fixierte er nicht nur den 10. Sieg in seinem 11. Major-Finale, sondern auch den 10. Erfolg im ebensovielten Duell mit Gonzalez.
"Hatte großartigen Lauf"
"Ich hatte hier dieses Jahr einen großartigen Lauf und ich bin sehr stolz, dass ich die Trophäe wieder halte", freute sich Federer. Auch ein in Topform befindlicher Gonzalez, der sich mit Siegen u.a. über Lleyton Hewitt, James Blake Rafael Nadal und Tommy Haas für sein erstes Grand-Slam-Finale qualifiziert hatte, wirkte optisch gegen das Naturtalent Federer eigentlich nur verkrampft.
Der sympathische Olympiasieger im Doppel war freilich enttäuscht, am Ende aber doch zufrieden. "Dieses Turnier war wirklich besonders für mich", so Gonzalez. Das war es auch für Federer. "Ich bin so glücklich", sagte der unbestrittene Tennis-König, der sich nach dem Matchball auf den Platz fallen ließ. "Erst ist es Erleichterung, Sekunden später kommt die Freude." Tränen wie im Vorjahr gab es diesmal nicht.
Federer kassiert nicht weniger als 767.801 Euro für den Sieg, Gonzalez erhält immerhin noch 383.901 Euro. Für den erst 25-jährigen Schweizer war es der insgesamt 46. Titel, demnächst wird er die Schallmauer von 30 Millionen Dollar Preisgeld durchstoßen.
Ziel: Sieg bei French Open
Für den Weltranglisten-Ersten, der im Februar einen weiteren Rekord brechen wird (Jimmy Connors' 160 ununterbrochene Wochen an der Spitze), gibt es aber noch genügend Träume. Am 10. Juni dieses Jahres möchte er endlich auch den Titel bei den French Open sein Eigen nennen und dann stünde auch dem echten "Grand Slam" nichts mehr im Wege - alle vier Major-Titel innerhalb eines Kalenderjahres. Dies ist bisher nur Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) gelungen. Und natürlich möchte er auch den Rekord von Sampras (14 Grand-Slam-Titel) verbessern.
"Ich wollte nicht über Petes Rekord reden, bevor ich nicht die Hälfte geschafft habe. Aber jetzt komme ich so schnell immer näher. Der Sieg hier gibt Auftrieb für das ganze Jahr", sagte Federer, dem 2006 nur die French Open zum Grand Slam fehlten. "Voriges Jahr dachte ich zum ersten Mal: Ich kann es schaffen", gestand Federer, dem mit seinem 36. Sieg in Folge eine persönliche Bestmarke gelang. Zur Einstellung des Rekordes, den der Argentinier Guillermo Vilas hält, fehlen ihm noch zehn.(apa/red)
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