Blindflug durch den Nebel von Cortina: Blamage für ÖSV-Girls - Putzer gewinnt RTL
- Görgl als beste Österreicherin nur Elfte - Schild out
- Hosp und Kirchgasser sorgen für Schrecksekunden

·Jubiläum: 10. Erfolg für Götschl in Cortina
Sieg vor Mancuso - Rest der ÖSV-Girls schwach
·Super G: Mancuso
vor Hosp und Götschl!
ÖSV-Speed-Damen stark:
4. Fischbacher, 7. Berger
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ABSTIMMEN: Umfrage zur aktuellen Ski-Saison
Österreichs erfolgreiche Ski-Damen haben im letzten Riesentorlauf vor der WM einen deutlichen Schuss vor den Bug bekommen. Während den italienischen Gastgebern in Cortina d'Ampezzo dank des Comeback-Sieges der Südtirolerin Karen Putzer vor Julia Mancuso (USA) und Denise Carbon ein großer Erfolg gelang, kam in einem schwierigen Nebel-Rennen mit Elisabeth Görgl die beste ÖSV-Läuferin über Platz 11 nicht hinaus.
Fast noch bemerkenswerter war, dass Speed Queen Renate Götschl einen Tag nach ihrem Abfahrtssieg als 13. zweitbeste Österreicherin war. Während es für die "Cortina-Kaiserin" das beste Saisonresultat im RTL war, kam erstmals seit 6. März 2003 in Aare (14. Brigitte Obermoser) keine ÖSV-Dame im Riesentorlauf in die ersten Zehn. Und das passierte einer Truppe, die dank Kathrin Zettel und Nicole Hosp in den drei Saison-Rennen vor Cortina ungeschlagen gewesen war.
Vor allem Österreichs wahrscheinliches WM-Quartett kam mit der schlechten Sicht auf der Tofana überhaupt nicht zurecht. Hosp stürzte schon im ersten Lauf schwer auf das Gesicht ("Da wächst mir kein Bart mehr"), Michaela Kirchgasser blieb bei einem wilden Abflug ins Sicherheitsnetz nur durch Glück von einer Verletzung verschont, die von einem Virus geschwächte Zettel wurde nur 25. Und Marlies Schild hatte wie schon im Super G einen kompletten Aussetzer.
Totales Blackout von Schild
Mit toller Zwischenzeit fuhr die Gesamt-Weltcupführende im zweiten, von ihrem langjährigen Vertrauen-Trainer Stefan Bürgler gesetzten Lauf, ohne Grund an einem Tor vorbei. "Ein totales Blackout von mir", gestand die Salzburgerin, die Cortina mit null Punkten verließ. "Sie hat den ersten Lauf verschlafen und im zweiten einfach dieses Innentor übersehen", wunderte sich auch Mandl über die fünffache Slalom-Saisonsiegerin.
Die schallende Ohrfeige für die bisher ungeschlagenen ÖSV-Mädchen hatte sich schon nach Lauf eins abgezeichnet. Mit Anna Fenninger war die jüngste im Team die beste auf Platz 12 gewesen, am Ende machte die 17-Jährige als 16. ihre ersten Weltcup-Punkte. Das einzig Positive: Hosp verteidigte dennoch das Rote Trikot im Riesentorlauf.
"Wenn man zuvor alle drei Riesentorläufe gewonnen hat, ist das natürlich sehr ernüchternd", sagte Damenchef Herbert Mandl und ließ die schlechte Sicht als Ausrede nicht gelten. "Sie haben sich einfach zu sehr vom Nebel einschüchtern lassen. Da kann ja nichts dabei heraus kommen. Es haben sich einfach zu viele blöde Fehler gehäuft", kritisierte Mandl und vermutete, dass einige so kurz vor der WM vielleicht nicht genug ans Limit gegangen wären. "Dass man einen Riesentorlauf so ausleert, darf bei der Dichte dieses Teams eigentlich nicht passieren". so Mandl.
Mancuso holt im Weltcup gewaltig auf
Wie es geht, zeigten Mancuso, die in drei Tagen 260 Weltcup-Punkte und über 50.200 Euro Preisgeld brutto gewann, sowie die Italienerinnen. Allen voran Putzer. Mit zwei Laufbestzeiten gelang dem 28-jährigen Leichtgewicht, das wegen langjähriger Hüft-Probleme und einer Operation im vergangenen Sommer erst zum Jahreswechsel am Semmering das Comeback gefeiert hatte, nach vier Jahren endlich wieder ein Sieg. Der insgesamt achte, und das im erst dritten Rennen nach dem Comeback.
"Das hätte ich nicht geglaubt, nachdem ich in Kranjska Gora schon wieder einen Crash hatte. Der Weg zurück war wirklich schwer", sagte Putzer. Sie muss man damit auch für die WM wieder auf der Rechnung haben.
Pärson hat keine Hoffnung auf die Kristallkugel
Anja Pärson hat unterdessen den Kampf um die große Kristallkugel endgültig aufgegeben. Die Schwedin ist nach ihrem Out abgereist und wird sich nun in Aare auf die Heim-WM vorbereiten. Die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin, die derzeit nur auf Platz sieben liegt, verzichtet damit auf ein Antreten bei der Olympia-Revanche in San Sicario.
Pärson begründet ihren Verzicht damit, dass sie nach ihrer Knie-Operation im Sommer ohnehin keine großen Chancen im Gesamt-Weltcup gehabt hätte. Außerdem fürchtet die 25-jährige aus Tärnaby, die weiterhin unter Knieproblemen leidet, dass sie in San Sicario nicht ausreichend Slalom trainieren kann. Das wird sie nun direkt am WM-Schauplatz tun. Außerdem sei sie eng in die WM-Organisation eingebunden, sagte Pärson bei einem Empfang ihres Brillen-Ausstatters Carrera.
Offen ist auch, ob die Österreicherin Katja Wirth in San Sicario ihre letzte WM-Chance wahren kann. Die Vorarlbergin hatte nach ihrem bösen Sturz im Super G von Cortina auf einen Abfahrts-Start verzichten müssen. Bei einer MRI-Untersuchung wurde eine Schuhrandprellungen sowie Blutergüsse im Knöchelbereich fest gestellt. "Wir hoffen aber, dass sie starten kann", sagte ihr Gruppentrainer Kurt Mayr.
| Endergebnis: | ||||||
| 1. | Karen Putzer | ITA | 2:46,93 Min. | xxx | 1:22,45 | 1:24,48 |
| 2. | Julia Mancuso | USA | 2:47,34 | +0,41 | 1:22,82 | 1:24,52 |
| 3. | Denise Karbon | ITA | 2:47,61 | +0,68 | 1:22,85 | 1:24,76 |
| 4. | Genevieve Simard | CAN | 2:48,13 | +1,20 | 1:23,26 | 1:24,87 |
| 5. | Tanja Poutiainen | FIN | 2:48,30 | +1,37 | 1:22,84 | 1:25,46 |
| 6. | Anna Ottosson | SWE | 2:48,42 | +1,49 | 1:22,82 | 1:25,60 |
| 7. | Tina Maze | SLO | 2:48,86 | +1,93 | 1:23,68 | 1:25,18 |
| 8. | Kathrin Hölzl | GER | 2:49,02 | +2,09 | 1:24,14 | 1:24,88 |
| 9. | Nicole Gius | ITA | 2:49,42 | +2,49 | 1:23,01 | 1:26,41 |
| 10. | Manuela Moelgg | ITA | 2:49,44 | +2,51 | 1:23,86 | 1:25,58 |
| 11. | Elisabeth Görgl | AUT | 2:49,65 | +2,72 | 1:24,25 | 1:25,40 |
| 12. | Marion Bertrand | FRA | 2:49,98 | +3,05 | 1:23,66 | 1:26,32 |
| 13. | Renate Götschl | AUT | 2:50,13 | +3,20 | 1:24,48 | 1:25,65 |
| 14. | Jessica Lindell-Vikarby | SWE | 2:50,31 | +3,38 | 1:24,90 | 1:25,41 |
| 15. | Maria Pietilä-Holmner | SWE | 2:50,45 | +3,52 | 1:24,96 | 1:25,49 |
| 16. | Anna Fenninger | AUT | 2:50,59 | +3,66 | 1:24,22 | 1:26,37 |
| 17. | Ingrid Jacquemod | FRA | 2:50,68 | +3,75 | 1:24,88 | 1:25,80 |
| 18. | Marusa Ferk | SLO | 2:50,72 | +3,79 | 1:25,24 | 1:25,48 |
| 19. | Hilary Longhini | ITA | 2:51,07 | +4,14 | 1:24,55 | 1:26,52 |
| 20. | Alexandra Meissnitzer | AUT | 2:51,12 | +4,19 | 1:25,18 | 1:25,94 |
| 21. | Chemmy Alcott | GBR | 2:51,15 | +4,22 | 1:24,52 | 1:26,63 |
| 22. | Sarka Zahrobska | CZE | 2:51,29 | +4,36 | 1:24,84 | 1:26,45 |
| 23. | Veronika Staber | GER | 2:51,32 | +4,39 | 1:24,46 | 1:26,86 |
| 24. | Therese Borssen | SWE | 2:51,59 | +4,66 | 1:24,35 | 1:27,24 |
| 25. | Kathrin Zettel | AUT | 2:51,64 | +4,71 | 1:25,44 | 1:26,20 |
| 26. | Jelena Lolovic | SCG | 2:52,14 | +5,21 | 1:25,27 | 1:26,87 |
| 27. | Carolin Fernsebner | GER | 2:52,58 | +5,65 | 1:24,97 | 1:27,61 |
| 28. | Megan McJames | USA | 2:52,76 | +5,83 | 1:24,89 | 1:27,87 |
Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u.a.:
Silvia Berger, Daniela Zeiser (beide AUT)
Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.:
Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Andrea Fischbacher (alle AUT), Anja Pärson (SWE), Brigitte Acton (CAN), Fränzi Aufdenblatten, Nadia Styger (beide SUI), Mateja Robnik, Ana Drev (beide SLO), Nadia Fanchini (ITA), Tina Weirather (LIE)
Ausgeschieden im 2. Durchgang:
Marlies Schild (AUT), Emily Brydon (CAN)
(apa/red)
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