Nach Journalisten-Mord in Türkei: Bluttat weist nationalistischen Hintergrund auf
- Extremist soll Täter Waffe und Geld beschafft haben

·Istanbul: Hrat Dink bei Anschlag getötet
Journalist wurde auf offener Straße ermordet
Nach dem Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink hat ein nationalistischer Extremist gestanden, Hintermann der Tat gewesen zu sein. Yasin Hayal sagte Polizeiangaben zufolge, er habe den am Wochenende festgenommenen Jugendlichen angestiftet. Laut der Zeitung "Hürriyet" gab der einschlägig verurteilte Mann zu, Ogün Samast eine Pistole und Geld beschafft zu haben.
"Ogün hat seine Pflicht erfüllt und die Ehre der Türkei gerettet", sagte Hayal laut "Hürriyet". Die Polizei bestätigte sein Geständnis, aber keine Einzelheiten seiner Aussage. Die Äußerung des Ultranationalisten stützt die Vermutung, dass Dink wegen seiner Kritik am offiziellen Umgang mit der Verfolgung von Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts ermordet wurde. Die Zeitung schrieb, Hayal habe in Trabzon am Schwarzen Meer angeblich mehrere Jugendliche im Umgang mit Waffen geschult und sie mit der Idee indoktriniert, Verräter zu bestrafen.
Nach dem Geständnis des 17-jährigen Ogün Samast prüfe die Polizei die politische Dimension der Tat, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA). Acht Verdächtige, unter ihnen Yasin Hayal, wurden Presseberichten zufolge im Zusammenhang mit der Tat verhört. Die Ermittler untersuchten den möglichen Einfluss einer Organisation, sagte der Istanbuler Polizeichef Celalettin Cerrah laut AA.
Samast hatte unmittelbar nach seiner Verhaftung gestanden, den 52-jährigen Dink vor dem Gebäude von dessen armenisch- türkischer Wochenzeitung "Agos" erschossen zu haben. Sein Vater hatte ihn auf einem Fahndungsfoto identifiziert und der Polizei den zielführenden Hinweis gegeben. Nach Einschätzung von Samasts Mutter Havva wurde der Jugendliche benutzt. "Er ist aggressiv, aber er ist kein Bursche, der so etwas ganz allein macht", sagte sie in einem TV- Interview. (apa)
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