Schlag gegen Atomanlagen: US-Pläne sehen großangelegten Iran-Angriff vor
- Gesamter Naher Osten würde über Jahre destablisiert
- Experte über mögliche Folgen eines Angriffes besorgt
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Die US-Planungen für den Fall eines Angriffes auf iranische Atomanlagen gehen einem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter über begrenzte Militärschläge hinaus. Sie würden vielmehr zu einem Krieg gegen das Land führen, sagte Nahost-Fachmann Wayne White vor der US-Expertenkommission Middle East Policy Council in Washington. Er habe Teile der Planungen gesehen. Dabei gehe es nicht um einzelne chirurgische Eingriffe. Es gehe um einen Krieg gegen den Iran, der wahrscheinlich den gesamten Nahen Osten über Jahre destablisieren würde, sagte White, der bis März 2005 im Büro für Geheimdienstinformationen und Aufklärung im US-Außenministerium gearbeitet hatte.
"Wir sprechen davon, den Weg zu Zielen frei zumachen, indem ein großer Teil der iranischen Luftwaffe, U-Boote und Abwehrraketen ausgeschaltet werden sollen, die Handels- und -Kriegsschiffen der USA im Golf gefährden könnten, sagte White. Möglicherweise seien auch die balistischen Rakten des Iran ein Angriffsziel. Er sei deutlich besorgter über die Folgen eines Angriffs der USA oder Israels auf die iranischen Atomanlagen als über den Krieg im Irak. Denn ein Angriff auf den Iran werde einen heftigen Gegenschlag zur Folge haben, der Irak-Krieg hingegen könne auf das Land begrenzt bleiben.
US-Präsident George W. Bush hat betont, im Atomstreit mit dem Iran eine diplomatische Lösung anzustreben, einen Militärschlag aber nicht ausgeschlossen. Seine jüngsten Ankündigungen eines verstärkten Vorgehens gegen eine iranische Unterstützung von Rebellen im Irak und zu strikteren Finanzsanktionen haben Spekulationen über einen Militärschlag gegen die Islamische Republik neue Nahrung gegeben.
Die USA vermuten hinter dem Kernenergieprogramm des Iran die heimliche Entwicklung von Atomwaffen, was die Regierung in Teheran bestreitet. Zudem zeigten sich die USA und zahlreiche ihrer Verbündeten in der Golf-Region zuletzt zunehmend besorgt über den wachsenden iranischen Einfluss im Irak. (apa)
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