"So behandelt man nicht einmal ein Tier": Türke führte Tochter an der Kette spazieren
- 60-Jähriger behauptet, Mädchen sei geistig behindert
Die türkischen Behörden haben einen Mann festgenommen, der seine minderjährige Tochter an einer Kette spazieren führte. In der Schwarzmeerstadt Sinop habe der 60-jährige Mustafa Yildiz seiner Tochter Melek die Kette wie einem Hund um den Hals gelegt, berichtete die Zeitung "Radikal". "So behandelt man nicht einmal ein Tier", kommentierte das Blatt.
Vater und Tochter waren dem zuständigen Landrat Ali Bezirgan auf der Straße aufgefallen; Bezirgan verständigte daraufhin die Polizei. Die Tochter sei nach dem Personenregister zwölf Jahre alt, sehe aber älter aus. Von sich selbst sagte Melek, sie sei 17.
Der Zeitung "Hürriyet" zufolge sagte Yildiz nach seiner Festnahme aus, seine Tochter sei geistig behindert. Nur mit Hilfe der Kette könne er sie daran hindern, wegzulaufen. Da er sich eine medizinische Behandlung nicht leisten könne, habe er die Behörden ohnehin um Hilfe für Melek bitten wollen.
Die Tochter widersprach ihrem Vater allerdings. Sie habe sich verliebt, doch weil ihr Vater gegen die Heirat mit ihrem Freund sei, wolle sie von zu Hause weglaufen. Meleks Geisteszustand soll nun in einer Nervenklinik untersucht werden; danach wollen die Behörden entscheiden, ob der Familie das Sorgerecht über das Mädchen entzogen wird. Gegen den Vater ermittelt die Staatsanwaltschaft. (apa)
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