Donnerstag, 18. Jänner 2007

Ermittlungen gehen weiter: US-Kidnapper Devlin entführte vielleicht weitere Kinder

  • Polizei untersucht Verschwinden von Bub & Mädchen

Eine Woche nach der Festnahme des Amerikaners Michael Devlin wegen Entführung von zwei Jungen hält es die Polizei für möglich, dass der 41-Jährige weitere Kinder gekidnappt hat. Nach Angaben der zuständigen Polizeibehörden im US-Staat Missouri geht es um das Verschwinden eines Buben 1991 und eines Mädchens im Jahr 2005.

In Devlins Wohnung in St. Louis (Missouri) waren zwei vermisste Buben entdeckt worden. Einer von ihnen, der heute 15-jährige Shawn Hornbeck, war vor viereinhalb Jahren verschwunden. Er wurde zufällig bei der Suche nach dem 13-jährigen Ben Ownby gefunden, der am 8. Jänner nach der Schule nicht nach Hause zurückgekehrt war.

Im Fall Ownby fand vor einem Gericht in der Stadt Union die offizielle Anklageverlesung statt. Devlin wurde aus einem nahe gelegenen Bezirksgefängnis per Video zugeschaltet: Dem Sender CNN zufolge grassierte in der Bevölkerung die Angst, dass er auf dem Weg zum Gerichtsgebäude flüchten könnte, so stark, dass die Behörden auf sein direktes Erscheinen verzichteten. In der kurzen Prozedur plädierte Devlin auf "nicht schuldig". Zuvor war er - in einem anderen Bezirk - auch im Fall Hornbeck angeklagt worden: wegen bewaffneten Kidnappings, weil er den Buben mit einer Schusswaffe bedroht hatte, um ihn in seine Gewalt zu bringen.

Bei den neuen Ermittlungen geht es um das Verschwinden des damals elfjährigen Arlin Henderson und der seinerzeit 13-jährigen Bianca Noel Piper. Hier prüft die Polizei, ob Devlin sich als Tarnung nach dem Verschwinden des Mädchens 2005 sogar selbst an der Suche nach der Vermissten beteiligt hat. (apa)

18.1.2007 21:14