Hoffen auf Verhandlungsbereitschaft: Neue Gespräche mit Nordkorea noch im Jänner?
- Letzte Runde ging im Dezember ergebnislos zu Ende
Die USA hoffen auf eine Fortsetzung der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Nuklearwaffenprogramm noch in diesem Monat. Das sagte der US-Chefunterhändler Christopher Hill in Berlin nach einem informellen Treffen mit dem nordkoreanischen Vizeaußenminister Kim Kye Gwan. Einen konkreten Termin für die Wiederaufnahme der im Dezember ergebnislos beendeten Gespräche nannte Hill aber nicht. Die US-Regierung wertete das Treffen in Berlin als positiv. "Es war ein guter Austausch von Sichtweisen in einer positiven Atmosphäre", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums in Washington.
Hill sagte in einem Vortrag: "Es ist wichtig, dass Nordkorea versteht, dass es an einer Wegkreuzung angelangt ist: Will es (Nordkorea) Atomwaffen oder will es der internationalen Gemeinschaft beitreten."
Der Ausgang der Unterredungen zwischen Hill und Kim hat nach Worten des südkoreanischen Außenministers Song Min Soo großen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Sechs-Staaten-Gespräche. Das Treffen in Berlin könnte bedeuten, dass Nordkorea zu einer Antwort auf die Vorschläge bereit sei, die die USA bei der Sechserrunde im Dezember in Peking vorgelegt hatten, sagte Song vor Journalisten in Seoul.
Die USA hatten Nordkorea damals einen Stufenplan vorgelegt, der in der ersten Phase auf ein Einfrieren der nordkoreanischen Atomanlagen und Inspektionen abzielt. Als Entgegenkommen soll Washington dafür bereits eine Sicherheitsgarantie angeboten haben. Nordkorea forderte dagegen erneut von den USA die Aufhebung bestehender Finanzsanktionen gegen Pjöngjang. Über die Sanktionen hatten beide Seiten am Rande der Gespräche in Peking diskutiert, jedoch keinen Fortschritt erzielt.
An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind neben den beiden koreanischen Staaten China, Japan, die USA und Russland beteiligt. Hill wird von Berlin aus nach Ostasien weiter reisen, um sich in Seoul, Peking und Tokio mit seinen jeweiligen Kollegen bei den Sechser-Gesprächen zu beraten.
(apa/red)
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