UNO-Bilanz des Schreckens: Fast 35.000 Zivilpersonen wurden 2006 im Irak getötet
- Die meisten Todesopfer erlagen Schusswunden
- Fast 40 Tote bei neuen Anschlägen in Bagdad
·Gefolgsleute von Saddam hingerichtet
Halbbruder und früherer Richter wurden gehängt
·Kurz-Porträts von Al- Tikriti und Al-Bander
Welche Rolle die Saddam- Gefolgsleute spielten
·Tausende verteidigen
Hinrichtung Saddams
Demonstranten im Irak:
Diktator "hat es verdient"
·Neues Video von Saddam im Internet
Leiche mit klaffender, blutiger Wunde zu sehen
·Pressestimmen zur Saddam-Hinrichtung!
"Saddam ist Geschichte" und "Tod ändert nichts"
Im Irak sind nach Angaben der Vereinten Nationen allein im vergangenen Jahr fast 35.000 Zivilpersonen getötet worden. Der Chef der UN-Mission im Irak (UNAMI), Gianni Magazzeni, gab die Zahl der Opfer mit 34.452 an, weitere 36.685 Zivilpersonen seien 2006 verwundet worden. Die Zahlen beruhen laut Magazzeni auf Informationen des irakischen Gesundheitsministeriums sowie von Krankenhäusern und Behörden im gesamten Land. Neue Anschläge und Gewalttaten haben im Irak mindestens 37 Menschenleben gefordert.
"Ohne deutliche Fortschritte bei der Rechtsstaatlichkeit wird die religiös motivierte Gewalt endlos weitergehen und schließlich außer Kontrolle geraten", sagte Magazzeni. Im November und Dezember seien 6.367 Menschen getötet und mindestens 6.875 verletzt worden, fast 5.000 Menschen starben allein in Bagdad. Die meisten seien ihren schweren Schusswunden erlegen. Magazzeni verwies auf einen leichten Rückgang der Zahlen im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Monaten, als nach Angaben von UNAMI insgesamt 7.047 Zivilpersonen ums Leben kamen.
UNO: Mangelnde Strafverfolgung der Täter
Die UN-Mission gab als Grund für die Gewalt die zahlreichen Morde aus Rache und die mangelnde Strafverfolgung der Täter an. Insgesamt wachse im Land der Eindruck, dass Menschenrechtsverstöße nicht bestraft würden. Unter Berufung auf das irakische Innenministerium erklärte UNAMI, seit Kriegsbeginn 2003 seien im Irak 12.000 Polizisten getötet worden. Mindestens 470.000 Menschen seien innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht. Allein in den beiden Monaten November und Dezember seien 6367 Menschen getötet und mindestens
Als besonders ernst wird in dem Bericht zur Lage der Menschenrechte die Situation in der Hauptstadt Bagdad bezeichnet. Dem Bericht zufolge sind derzeit fast 31.000 Iraker inhaftiert, die meisten von ihnen ohne Anklage. In dem UN-Bericht hieß es weiter, die Mehrheit der 30.842 im Irak Inhaftierten seien Angehörige der sunnitischen Bevölkerungsgruppe. Etwa die Hälfte aller Häftlinge sei von US-geführten internationalen Truppen festgenommen worden. Gegen die meisten Inhaftierten sei keine Anklage erhoben worden, zitierte der UN-Bericht das irakische Ministerium für Menschenrechte.
Tony Blair: Tod von Zivilisten ist "tragisch"
In einer ersten Reaktion auf den UN-Bericht nannte der britische Premierminister Tony Blair den Tod unschuldiger Zivilisten "tragisch". Es seien nicht die britischen oder US-Soldaten, die für den Tod dieser Menschen verantwortlich seien, sondern gewaltbereite Extremisten.
Bei der Explosion zweier Bomben in der Innenstadt von Bagdad wurden mindestens 15 Menschen getötet und 74 weitere verletzt. Wie die Polizei mitteilte, detonierten die Sprengsätze im Abstand von fünf Minuten auf einem Markt. Die erste Bombe war an einem Motorrad befestigt. Als Schaulustige sich um den Ort der Explosion versammelten, fuhr ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen in die Menschenmenge und zündete seine Autobombe. Unter den Toten sind offiziellen Angaben zufolge mindestens drei Polizisten.
Eine weitere Bombe explodierte in einem Bus im Bagdader Schiitenviertel Sadr-City. Dabei starben laut Sicherheitskräften vier Menschen, zehn weitere wurden verletzt. Ein weiterer Sprengsatz explodierte in der Nähe einer Polizeipatrouille in Bagdad und kostete vier Menschen das Leben. In Mossul wurden zwei Menschen erschossen.
Der Vorsitzende des parlamentarischen Komitees für Erziehung und Bildung, Alaa Mekki, berichtete unterdessen, Bewaffnete hätten am Montag den Vizepräsidenten der Technischen Universität Bagdad, Abdul Samia al-Janabi entführt.
(apa/red)
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