Gefährliche Aufräumarbeiten nach Kyrill in OÖ: Mann in Wald tödlich von Baum getroffen
- Tausende Österreicher sitzen noch im Dunkeln
- Schäden nicht behoben. Hochwassergefahr in OÖ
Orkan beschädigte das Dach der Basilika in Mariazell
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Die Aufräumarbeiten nach dem Orkan Kyrill haben in Oberösterreich ein Todesopfer gefordert. Ein 69-jähriger Mann aus Obergrünburg (Bezirk Kirchdorf an der Krems) ist bei Waldarbeiten von einem Baum erschlagen worden. Unterdessen haben auch zwei Tage nach dem heftigen Sturm tausende Haushalte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark immer noch keinen Strom.
Der Pensionist war gegen 11.30 Uhr in seinen Wald gegangen, um umgeworfene Bäume zu bearbeiten, so die Polizei. Beim Abschneiden des ersten Baumes stürzte das unter Spannung stehende Baumstück auf den Mann und traf ihn am Hinterkopf. Ein zufällig vorbeikommender Nachbar entdeckte den leblosen Mann und verständigte die Einsatzkräfte. Der Gemeindearzt konnte jedoch nur noch den Tod des 69-Jährigen feststellen.
Basilika beschädigt
Ausläufer des Sturms sorgten unterdessen für neue Schäden, unter anderm an der Basilika in Mariazell. "Ich habe in der Früh gegen zwei Uhr einen Kontrollrundgang gemacht, da war noch nichts", erzählte Pater Karl Schauer. "Danach muss es passiert sein. Der Wind hat etwa 200 Quadratmeter vom Dach aufgerollt." Man habe den Schaden entdeckt, als der Pater mit einem Vorarbeiter und einem Dachdecker kam, um eigentlich kleinere Schäden von der voran gegangenen Nacht am Gebäude daneben zu begutachten.
Im obersteirischen Bezirk Liezen, im Bereich von Donnersbach und Irdning, gab Vormittag für 800 bis 1.000 Haushalte noch keinen Strom. "Die Aufräumarbeiten sind nach wie vor im Gange und werden noch bis nächste Woche andauern. Es geht jetzt darum, sich zu den einzelnen Schadensorten vorzukämpfen", so Energie Steiermark AG-Sprecher Urs Harnik-Lauris. Auch Straßensperren wegen Aufräumarbeiten gibt es noch, wie etwa die Koppentalstrasse (L701) zwischen Bad Aussee und Obertraun (OÖ) in beiden Richtungen.
Hochwassergefahr in Steyr
Aufräumarbeiten nach dem Orkan Kyrill und Straßensperren wegen Hochwassergefahr verursachten Behinderungen im Straßenverkehr in Oberösterreich. In Steyr blieben Orts- und Ennskai wegen Überflutungsgefahr gesperrt, so die Einsatzkräfte. Im Bezirk Grieskirchen wurden die Griesbacher Straße, die Verbindung zwischen Andorf und Taufkirchen und die Holzinger Straße bei Kematen wegen Überflutung gesperrt.
Mehrere Straßensperren
Die Verbindung über den Koppenpass von Obertraun bis Bad Aussee musste wegen Aufräumarbeiten gesperrt werden, ebenso die Almsee-Straße bei Grünau und die Stodertalstraße bei Hinterstoder. Die Bahnstrecken zwischen Attnang-Puchheim und Gmunden sowie zwischen Linz und Aigen-Schlägl sind ebenfalls unterbrochen.
Tausende Haushalte haben noch keinen Strom
Die Schäden an der Strom-Infrastruktur in Oberösterreich dürften größer sein als bisher angenommen. Walter Czetsch von der Energie AG sprach gegenüber der APA von einer "Katastrophe für die Strom-Infrastruktur, wie es sie in diesem Ausmaß noch nicht gegeben hat". Insgesamt 600 Mann sind für die Energie AG im Einsatz, darunter auch Arbeiter von anderen Energie-Lieferanten und aus anderen Bundesländern, so Czetsch.
Stromausfälle in NÖ nahezu behoben
Die durch den Orkan Kyrill verursachten Stromausfälle in Niederösterreich sind nahezu behoben worden. Lediglich rund 30 Haushalte mussten noch mit Notstromaggregaten versorgt werden, sagte EVN-Sprecher Thomas Zach. Detail am Rande: Manche Stromausfälle wurden erst bekannt, als Besitzer von Wochenendhäusern Nachschau hielten.
Bundesheer hilft bei Aufräumarbeiten
In Niederösterreich hat sich auch das Bundesheer an den Aufräumarbeiten beteiligt. In St. Pölten - wie Krems massiv vom Sturm betroffen - waren die Aufräumarbeiten unterdessen weitgehend abgeschlossen. Auf den Straßen waren Kehrmaschinen unterwegs, die Parks und Grünanlagen in der NÖ Landeshauptstadt werden dann noch nach abgebrochenen Ästen "durchforstet".
Die Feuerwehr Krems berichtete von nur mehr geringfügigen Nacharbeiten: Bei vier Einsätzen wurden u.a. gelockerte Dachziegel, die herunter zu fallen drohten, entfernt. Für die EVN waren noch rund 200 Monteure unterwegs. Laut Sprecher Stefan Zach mussten vor allem im Waldviertel gerissene Leitungen getauscht, beschädigte Masten repariert, Äste geschnitten und entwurzelte Bäume entfernt werden.
Salzburg: Strom-Ausfall vor Ende
In Salzburg waren rund 3.000 bis 5.000 Haushalte im Flachgau und Tennengau die zweite Nacht ohne Strom. Am Samstagabend sollte aber alles wieder funktionieren. Feuerwehren waren vor allem bemüht, Bäume von den Nebenstraßen zu entfernen.
Schwerverletzter in Tirol
Wenig Aufzuräumen gab es in Tirol. Allerdings verletzte sich ein Spenglermeister in Kirchberg in Tirol (Bezirk Kitzbühel) bei Reparaturarbeiten, die durch Sturmschäden an einem Dach notwendig geworden waren, schwer. In Vorarlberg wurde die Sturmwarnung aufgehoben. In der Nacht gab es keine Einsätze mehr.
(apa/red)
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