Freitag, 19. Jänner 2007

Lopatka-Nachfolger ist gefunden: Hannes
Missethon als neuer ÖVP-Generalsekretär

  • Michaela Mojzis künftig Bundesgeschäftsführerin
  • Duo aus steirischer ÖVP bzw. ORF-Publikumsrat

Nachfolger vom neuen Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka als ÖVP-Generalsekretär wird der steirische Landesgeschäftsführer Hannes Missethon (47). Zusätzlich wird es eine Bundesgeschäftsführerin geben. Diese Funktion wird die Kommunikationsberaterin und ORF-Publikumsrätin Michaela Mojzis (37) ausüben.

Diese Personalentscheidungen gab der geschäftsführende Parteiobmann Vizekanzler Wilhelm Molterer in einer Pressekonferenz bekannt.

Molterer : Signal der Erneuerung
Der geschäftsführende ÖVP-Bundesparteiobmann Wilhelm Molterer bezeichnete das neue Führungsduo in der Parteizentrale als "ein klares Signal der personellen Erneuerung". Diese Erneuerung soll zu einem permanenten Prozess in der Partei werden. "Das ist ein ganz großes Projekt, bei dem wir in 20, 30 Jahren vorausdenken müssen." Erst auf Nachfrage von Journalisten gab Molterer bekannt, dass Missethon Generalsekretär ist und Mojzis Bundesgeschäftsführerin. Missethon werde für "inhaltliches" zuständig sein, Mojzis soll sich um "Organisation und Motivation" kümmern.

Molterer bezeichnete Missethon und Mojzis als seine "neuen starken Arme", die für "höchste Professionalität" im Parteimanagement stehen werden. Mojzis, die angab "aus tiefstem Herzen eine Schwarze zu sein", soll Menschen unter anderem motivieren, der Partei beizutreten. Für ihre Arbeit hoffe sie, dass ihr "ein bisschen Narrenfreiheit gelassen" werde, meinte sie in Richtung ihrer Parteikollegen. "Die ÖVP bietet unglaubliche Ressourcen auf dem Weg zur Nummer eins", gab sich die neue Bundesgeschäftsführerin überzeugt.

Auch Missethons Ziel sei, die "Partei wieder zur stimmenstärksten Partei zu machen", meinte er. In Mojzis sieht er dafür "eine gute Partnerin", schließlich hätten beide gemeinsam schon in der Vergangenheit einige Wahlkämpfe bestritten. Als neues Motto gelte in der ÖVP, "Vielfalt zu fördern", denn "wer keine Vielfalt fördere, werde Einfalt ernten".

"Partei ist Dynamik und das heißt auch, sich mit neuen Dingen auseinander zu setzen und mögliche neue Anforderungen zu definieren", meinte Parteichef Molterer, der in seinem starken Engagement für die eigene Partei und seiner Rolle als Vizekanzler keinen Widerspruch sieht. "Ich werde natürlich bestmögliche Arbeit in der Bundesregierung leisten, aber auch die ÖVP so führen, dass sie erfolgreich ist", betonte Molterer. "Politische Arbeit besteht nicht nur aus regieren, sondern auch aus investieren", meinte er.

Die Neubesetzung sei eine "unübersehbare Erneuerung der ÖVP", mit der er ein neues Kapitel im Buch der ÖVP aufgeschlagen habe, erklärte der Vizekanzler. Molterer bezeichnete Missethon als "besonnenen Kämpfer", der als Abgeordneter, als Landesgeschäftsführer der ÖVP Steiermark und als Bezirksparteiobmann in Leoben seine Qualifikationen unter Beweis gestellt habe. "Bezirksparteiobmann in Leoben (eine SPÖ-Hochburg, Anm.) zu sein, das ist schon ein Kraftakt an sich", kommentierte Molterer. Mojzis stehe für "wilde Frische". Schon in den letzten Wahlkampf habe sie erfolgreich neue Facetten eingebracht. (apa)

19.1.2007 14:53