Mittwoch, 17. Jänner 2007

Politiker im Trainingsanzug: Lopatka übernimmt Sport-Amt von Schweitzer

  • Neo-Staatsekretär sieht sich als "Anwalt des Sports"

Das Bild hat Symbolcharakter: Im Trainingsanzug übernahm Reinhold Lopatka von Karl Schweitzer das Amt des Sport-Staatssekretärs und unterstrich damit seine enge Beziehung zum Sport. Schweitzer händigte seinem Nachfolger im Inneren Burghof jenes Staffelholz aus, das er selbst 2003 von Susanne Riess-Passer erhalten hatte. "Ich bin froh, dass ich es diesem Nachfolger übergeben kann", meinte Schweitzer und Lopatka, der sein Hobby nun zum Beruf machen konnte, kündigte eine "Fortsetzung des Erfolgslaufs, den der Sport in den vergangenen Jahren gehabt hat", an.

Der 46-jährige Lopatka, der seit seiner Jugend begeisterter Läufer ist und wie Schweitzer in Oberschützen maturiert hat, sieht vielfältige Aufgaben vor sich. Er ist sich im Klaren, dass er bei der Durchsetzung seiner Vorhaben auch auf Unterstützung seiner Regierungskolleginnen und Kollegen angewiesen ist. "Ich habe mehr als 50 Marathons absolviert, ich weiß, was es heißt, ausdauernd unterwegs zu sein", sagte der Steirer, der langen Atem beweisen will. "Wir haben vier Jahre Zeit. Der Bundeskanzler ist sportbegeistert und ich bin zuversichtlich, dass wir etwas weiterbringen", erklärte Lopatka.

"Keine Stunde, die man im Sport verbringt, ist eine verlorene", nannte Lopatka ein Zitat von Winston Churchill. Dieser Leitsatz soll in vielen Bereichen Geltung erlangen. Der bisherige ÖVP-Generalsekretär sieht es als wesentliche Aufgabe an, die Jugend für den Sport zu begeistern. Der Schlüssel sei der Schulbereich. "Wenn es stärker um ganztägige Unterrichtsformen geht, melde ich ganz massiv an, dass da für den Sport Platz sein muss", erklärte der dreifache Familienvater.

Lopatka sieht sich als "Anwalt des Sports" und hat mit Ministerkollegen wie Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein bereits Gespräche geführt. Nicht nur bei der Jugend, auch im Seniorenbereich, wo durch höhere Lebenserwartung eine Generation gewonnen worden sei, will sich der neue Staatssekretär engagieren. Und er bezeichnete die ehrenamtliche Tätigkeit so vieler Funktionäre als ganz wesentlich für den heimischen Sport.

Mit Bartenstein verbindet ihn die Liebe zum Laufen, auch wenn Lopatka derzeit nicht im Training steht. "LSD - long slow distances - ist eine zulässige Droge", sagte der Sportpolitiker und studierte Jurist, "aber ansonsten habe ich null Toleranz, was Drogen betrifft". Durch seinen Bruder, das als Mediziner auch als Anti-Doping-Arzt tätig ist, hat er guten Einblick in diese Problematik.

Spitzensport und Breitensport dürften nicht auseinander dividiert werden, meinte Lopatka und nannte als früherer steirischer Landesrat die positive Auswirkung von Thomas Muster auf den Tennissport als Beispiel. Und er hofft auf ähnliche Vorbilder.

Großereignissen wie der kommenden Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz hat die neue Regierung in ihrem Programm einen großen Stellenwert eingeräumt. "Da wird das Bild Österreichs in die ganze Welt getragen, das wird die mit Abstand größte Veranstaltung in Österreich in diesen Jahren sein", meinte Lopatka und weist der EURO auch eine große Bedeutung in einer "riesigen Aufgabe des Sports, der Integration", zu.

Die Kandidatur Salzburgs für die Winterspiele 2014 ist ein weiteres großes Thema für Lopatka, das er auch bei seinem Treffen am Donnerstag mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, unter dessen Verantwortung das Staatssekretariat fällt, ansprechen wird. Lopatka: "In den nächsten Monaten gilt es zu kämpfen, dass wir die Spiele auch bekommen."

(apa/red)

17.1.2007 12:43