Mittwoch, 17. Jänner 2007

Unblutiges Ende: Mit Messer bewaffneter Mann wurde in Niederösterreich überwältigt

  • Hatte sich mit Kind in Wohnung verschanzt
  • Von Cobra in "günstigem Moment" überwältigt

Unblutig hat ein Einsatz der Cobra in Fischamend (Bezirk Wien Umgebung) geendet. Ein 47-jähriger Mann hatte sich mit einem Messer bewaffnet in seiner Wohnung verschanzt. Er hatte zuvor eine seiner beiden Schwestern mit dem Umbringen bedroht. Die Frau konnte entkommen, in den Räumlichkeiten befand sich jedoch auch der 15-jährige Sohn des Österreichers. Beamte des Sondereinsatzkommandos überwältigten schließlich den Täter.

Die Festnahme des Mannes erfolgte vor der Wohnung, die Mitglieder der Cobra nutzten laut Bezirkspolizeikommando Wien-Umgebung einen "günstigen Moment". Der Mann hatte zuvor den Kontakt mit der polizeilichen Verhandlungsgruppe ignoriert, teilte Alfred Kaspar von der Polizeiinspektion Fischamend der APA mit. In der Folge wurde die etwa 50-jährige Schwester des Verdächtigen zum Einsatz hinzugezogen. Sie soll den Mann dazu veranlasst haben, die Einganstüre einen Spalt zu öffnen. In dem Moment schlugen die Beamten zu und stellten den 47-Jährigen.

Die zweite Schwester des Mannes hatte sich bereits im Vorfeld der Tat Sorgen gemacht. Der Verdächtige reagiere nicht auf Anrufe und melde sich nicht, sagte die Frau. Da der 47-Jährige schon einmal an einer schweren Krankheit gelitten habe, befürchtete die Angehörige, dass womöglich etwas passiert sein könnte. Sie wollte daher von der Feuerwehr die Wohnung aufbrechen lassen, dies wurde auch veranlasst und durchgeführt. Als die Schwester nach dem Aufbrechen in der Wohnung stand, sei sie von dem 47-Jährigen mit den Worten "Ich bring dich um" empfangen worden. Dabei soll der Mann ein Messer in der Hand gehalten haben. Die Schwester sowie die Feuerwehrleute ergriffen daraufhin die Flucht.

Der 15-jährige Sohn, der sich danach über die gesamte Zeit in den Räumlichkeiten befand, trug keine Verletzungen davon, er dürfte von seinem Vater nicht misshandelt worden sein. Der Jugendliche lebt mit dem Verdächtigen in der Wohnung. Als Motiv für die Tat wurden laut Polizei familiäre Konflikte genannt. Der 47-Jährige ist seit mehreren Jahren geschieden. Verwandte würden sich immer wieder "einmischen", soll der Verhaftete bei der Befragung angegeben haben.

Die Ex-Frau des Mannes läutete vor der Tat an der Wohnung des Verdächtigen. Sie habe sich Sorgen um ihren Sohn gemacht, der zum Zeitpunkt der Geschehnisse an Fieber litt. Doch auch ihr habe der 47-Jährige nicht geöffnet.

(apa/red)

17.1.2007 19:58